Domenico (2) tot

Spenderherz erfroren: War es fahrlässige Tötung?

Ausland
23.02.2026 15:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem Domenico (2) am Wochenende nach der missglückten Herz-OP – ihm war ein erfrorenes Spenderherz eingesetzt worden – gestorben ist, hat die Staatsanwaltschaft von Neapel nun eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Die Tragödie um den kleinen Buben bewegt das ganze Land und viele weit über dessen Grenzen hinaus. Die Staatsanwaltschaft ermittelte bereits in den vergangenen Tagen wegen des Falls. Nach Domenicos Tod am Wochenende wurde die Anklage jedoch auf Tötung erweitert. Sieben Personen aus dem Gesundheitsbereich wurden informiert, dass sie unter Untersuchung stehen, ihre Handys wurden im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmt.

Nun wird geprüft, ob das Herz beschädigt wurde, weil der Kühlschrankbehälter für den Transport von Bozen nach Neapel nicht den Standards entsprach. Auch gilt es zu analysieren, ob Trockeneis anstelle von normalem Eis zur Konservierung verwendet wurde. Zur Kühlung von Spenderorganen wird normales Eis benutzt, da dieses Temperaturen von null bis vier Grad plus erreicht – je nach Lagerung. Trockeneis wird hingegen zur extremen Kühlung bis zirka minus 78 Grad eingesetzt.

Die Beerdigung des zweijährigen Buben findet diese Woche, voraussichtlich am Donnerstag oder ...
Die Beerdigung des zweijährigen Buben findet diese Woche, voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag statt.(Bild: FB)

Obduktion soll mehr Klarheit schaffen
Ob das Organ möglicherweise bereits beim Eingriff in Bozen derart stark beschädigt worden sein könnte und somit für eine Transplantation nicht mehr brauchbar oder der unsachgemäße Transport ausschlaggebend war, kann vermutlich nur die Obduktion des kleinen Domenico klären, die von der Staatsanwaltschaft Neapel verfügt wurde.

Der Südtiroler Gesundheitslandesrat, Hubert Messner, erklärte gegenüber RAI Südtirol, er vertraue voll auf die Arbeit der Bozner Ärzte. „Ich bin überzeugt, dass unsere Mitarbeiter hier das Beste geleistet haben. Soweit ich das überblicken kann, ist wirklich alles nach Protokoll abgelaufen. Unsere Mitarbeiter geben tagtäglich ihr Bestes. Seit Wochen stellen Medien Spekulationen an, das ist sehr belastend“, so Messner.

„Nie ein Problemfall“
„Wir haben in Südtirol eine hohe Bereitschaft Organe zu spenden. In den vergangenen 30 Jahren, das ist in etwa jene Zeitspanne, die ich überblicken kann, hatten wir nie eine kritische Situation bei Entnahme, Transport und Transplantation der Organe. Das wäre das erste Mal. Das Team hat große Erfahrung. Es hat nie einen Problemfall gegeben“, betonte der Landesrat.

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