Der Schock sitzt tief in der kleinen Stadt im nördlichen Niederösterreich: Nach dem Tod eines 15 Monate alten Kleinkinds begab sich die „Krone“ auf Lokalaugenschein, traf Nachbarn und Bekannte: Sie sprechen vom liebevollen Umgang miteinander, ahnten nicht, dass sich eine solche Tragödie in der jungen Familie anbahnen könnte.
Viele können es noch immer nicht glauben, was sich am späteren Nachmittag des 18. Februars im nördlichen Niederösterreich abgespielt hat: Ein junger Familienvater kommt gegen 17 Uhr in die Wohnung nach Hause und findet seinen 15 Monate alten Sohn tot und die Mutter schwer verletzt daneben liegend vor.
Die Polizei geht von Mord und Suizidversuch aus, die Ermittlungen laufen. Bekannte der Familie, die anonym bleiben wollen, können das nicht glauben: „Die drei waren immer so lieb und herzlich miteinander“, lautet der einhellige Tenor. Die Vermutung in der Bevölkerung: das Kind hatte einen tödlichen Unfall, womit die Mutter in einer Kurzschlussreaktion nicht mehr leben wollte. Das Social-Media-Profil zeichnet ein liebevolles Bild der rund 30-jährigen Mama, alles dreht sich um ihren Sohn und die Liebe zu ihm.
Ein Nachbar erzählt dasselbe: Ein schönes junges Paar, das liebevoll miteinander umging und so gut wie nie gestritten habe, sich immer sehr gut um den kleinen Schützling kümmerte. Doch dann ging der Papa für etwa zwei Stunden außer Haus, als er zurückkam, wären plötzlich Polizei und Rettung vor dem Haus gestanden. Mehr habe er nicht mitbekommen.
„Lokal-Augenschein“
Ein Würstelstand liegt genau gegenüber dem Balkon der Wohnung der jungen Familie, in der sich das Schreckenszenario abgespielt hat. „Ich hab’ sie öfter mal am Balkon gesehen. Wir hatten am Aschermittwoch aber zu, es war keiner da“, erklärt die Chefin im Gespräch mit der „Krone“, dass man vom Großeinsatz der Polizei und Rettung in den späten Nachmittagsstunden nichts mitbekommen habe.
Eine Bar, ein Stück weiter weg, hatte offen. „Wir haben aber nur gesehen, dass die Rettungskräfte da waren“, erklärt die Besitzerfamilie. Man habe bis auf den Rettungshubschrauber nicht viel mehr mitbekommen. Stammgäste dürften weder Vater noch Mutter in keinem der beiden Lokale sein.
Mein Beileid der ganzen Familie. Man sieht, dass man in keinen Menschen wirklich ganz hineinsehen kann.
Der tief betroffene Bürgermeister
Minuten vorher war alles ruhig
Knapp vor der Alarmierung der Einsatzkräfte ging Franz S., der 300 bis 400 Meter entfernt lebt, noch an der Wohnung vorbei. „Es war etwa 16.45 Uhr und da war noch alles ruhig. Um zirka 17.20 Uhr landete dann der Hubschrauber“, erinnert sich der 73-Jährige genau, der der Familie in diesen schweren Stunden nur das Beste wünscht. „Da, bei dem Hauseck, wo jetzt die Mistkübel stehen, wurde im November 2024 der Storch aufgestellt“, erinnert er sich noch genau an das einstige Familienglück.
Dem betroffenen Bürgermeister fehlen fast die Worte: „Ich kenne die Mutter nicht näher, aber natürlich vom Sehen her“, zeigt sich der Ortschef tief betroffen. Er sei selbst Vater von drei Kindern und könne diese menschliche Tragödie nur schwer nachvollziehen. „Der Familie gilt mein aufrichtiges Beileid. Wenn Hilfe der Gemeinde benötigt wird, stehen wir auf jeden Fall zur Verfügung“, kündigt der Bürgermeister sofort an. Man sehe, dass man in keinen Menschen wirklich ganz hineinsehen kann.
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