„Wann kommt Papa?“

Orbáns Partei schürt mit KI-Video Kriegsangst

Außenpolitik
19.02.2026 16:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach Erpressungsvideos greift die ungarische Regierungspartei Fidesz im laufenden Wahlkampf nun auch zu einem blutigen KI-Video, um vor dem Herausforderer Péter Magyar und seiner TISZA-Partei zu warnen. Aktuell sorgt ein Clip für gehörigen Wirbel, in dem ein ungarischer Soldat erschossen wird, während seine kleine Tochter zu Hause auf ihn wartet. Es handelt sich um eine Anspielung auf den Ukraine-Krieg. 

Das 33 Sekunden lange Video wurde von der Budapester Sektion der Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán auf Facebook geteilt. Ein kleines Mädchen steht am Fenster und sieht in den Regen hinaus. Auf seine Frage „Wann kommt Papa nach Hause?“, antwortet die weinende Mutter: „Bald.“ Man sieht kurz das Innere eines Militärhubschraubers. Später knien vier Soldaten mit verbundenen Augen auf dem Boden. Der Vater wird von einem fremden Offizier mit einem Schuss in den Kopf getötet. Ein Foto seiner kleinen Tochter landet im Schlamm. Dann erklärt eine männliche Stimme: „Der Krieg nimmt von allen nur weg. Riskieren wir nichts! Fidesz ist die sichere Wahl.“

Dieses KI-Mädchen weint um seinen gefallenen Papa.
Dieses KI-Mädchen weint um seinen gefallenen Papa.(Bild: Screenshot facebook.com/FideszHU)

„Brüssel bereitet sich auf Eskalation vor“
Das Posting selbst wurde noch deutlicher: „Der Krieg ist real und tragisch. Aber Brüsseler Politiker haben selbst gesagt, dass sie sich auf eine Eskalation vorbereiten. Péter Magyar kann zu diesen Forderungen nicht Nein sagen.“ 

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán warnt mit dramatischen Bildern davor, seinem Kontrahenten ...
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán warnt mit dramatischen Bildern davor, seinem Kontrahenten Péter Magyar die Stimme zu geben.(Bild: Krone KREATIV/AFP/LUDOVIC MARIN, facebook.com/FideszHU)
Oppositionschef Péter Magyar führt in den Umfragen vor Viktor Orbán.
Oppositionschef Péter Magyar führt in den Umfragen vor Viktor Orbán.(Bild: AFP/FERENC ISZA)

Fidesz nutzt die Angst vor einem Krieg in der ungarischen Bevölkerung bereits seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 zur Mobilisierung seiner Anhängerschaft. Orbáns Regierung wirft der EU („Brüssel“) und den anderen EU-Ländern vor, „auf Seite des Krieges“ zu stehen und ganz Europa hineinziehen zu wollen.

Im vorigen Sommer verbreitete der rechtsnationale Regierungschef ein ebenfalls mithilfe Künstlicher Intelligenz erstelltes Video, in dem in der Ukraine gefallene ungarische Soldaten in Särgen zurückkehrten. In jüngerer Zeit stand zudem immer mehr ein angeblich beabsichtigter Angriff der Ukraine auf Ungarn im Fokus.

Am 12. April wählen die Menschen in Ungarn ein neues Parlament. Der seit 2010 regierende rechtsnationalistische Ministerpräsident Orbán steht unter Druck, da seine Fidesz-Partei in Umfragen derzeit hinter der oppositionellen TISZA-Partei liegt.

US-Regierung stärkt Orbán vor Wahl den Rücken
Schützenhilfe bekommt Orbán auch von der US-Regierung. Außenminister Marco Rubio stattete Budapest nach seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz einen Besuch ab. „Ich kann Ihnen mit Zuversicht sagen, dass Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg“, sagte Rubio am Montag während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orbán. Vor dem Treffen mit Orbán hatte das US-Außenministerium erklärt, es gehe darum, „unsere gemeinsamen bilateralen und regionalen Interessen zu stärken, einschließlich unseres Engagements für Friedensprozesse zur Lösung globaler Konflikte“.

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