Dass ab Februar die Zigarettenpreise erneut ansteigen, erhitzt die Gemüter. Dabei ist der Schritt aus gesundheitlicher Sicht absolut sinnvoll, sagt Waltraud Posch von der Fachstelle für Suchtprävention Vivid. Sie geht davon aus: „Würde Nikotin heute erfunden werden, würde es nicht mehr zugelassen werden.“
„Krone“: Was bringen Preiserhöhungen aus suchtpräventiver Sicht?
Waltraud Posch: Je billiger ein Nikotinprodukt, desto eher wird es gekauft. Und im internationalen Vergleich sind Nikotinprodukte in Österreich sehr billig. Erhöhungen des Preises sind sehr wirksam, wenn sie groß genug sind. Eine Teuerung um zehn Prozent führt zur Reduktion des Rauchens um fünf Prozent. So einen deutlichen Rückgang bekommt man durch keine andere Maßnahme.
Welche anderen Maßnahmen könnte man setzen?
Nikotinprodukte sollten als das reguliert werden, was sie sind: Suchtmittel, die wirklich gefährlich sind und rasch süchtig machen. Es sind dazu einige Veränderungen angedacht, aber manche davon sind sehr schwach und werden wenig bis nichts bringen. Beispielsweise soll es auch auf Nikotinbeuteln Warnhinweise geben, aber die dürfen am Boden der Verpackung angebracht werden. Die Werbung für Nikotinbeutel soll erst im April 2028 verboten werden. Grundsätzlich sind auch Konsumverbote in ausgewählten Bereichen, wie etwa die rauchfreie Gastronomie, sehr sinnvoll. Sie helfen beim Verändern von Gewohnheiten.
Wird Nikotin als Droge unterschätzt?
Ich bin mir sicher: Würde Nikotin heute erfunden werden, würde es nicht mehr am Markt zugelassen werden. Aber jetzt haben wir es und müssen damit umgehen.
Welche Produkte sind aktuell besonders gefragt?
Die konventionelle Zigarette ist noch immer das häufigste Produkt, dicht gefolgt von E-Zigaretten und Nikotinbeuteln. Auch Tabakerhitzer, sogenannte Heets, sind im Kommen. Und wer weiß, was noch alles erfunden wird.
Wie gelingt der Ausstieg?
Das Suchtpotenzial ist hoch, dennoch gelingt der Ausstieg vielen allein. Von einem Nikotinprodukt aufs andere zu wechseln, ist keine Entwöhnung. Man kann sich auch von Profis helfen lassen: Eine gute Anlaufstelle für ein nikotinfreies Leben ist das Rauchfrei-Telefon, man erreicht es unter 0800-810013.
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