Gibt es etwas Österreichischeres als das Gezanke zwischen Gewerkschaft und Wirtschaftskammer? Da stürzen die Lehrlingszahlen Jahr für Jahr ab – und was tun die beiden? Sie streiten, wer Schuld hat, statt endlich zu handeln!
Die PRO-GE tobt: Über tausend Betriebe haben die Ausbildung 2025 eingestellt, minus 14 Prozent bei den Industrie-Lehrlingen! „Wer nicht ausbildet, soll zahlen!“, fordert Gewerkschafter Binder. Ein Fonds, in den ausbildungsunwillige Betriebe einzahlen – klingt in der Theorie fast gerecht.
Die Wirtschaftskammer dagegen ist stinksauer. Strafsteuern jetzt, wo die Betriebe ohnehin von Kosten erdrückt werden? Generalsekretär Danninger kontert: Viele würden ja gerne ausbilden – finden aber keine Jugendlichen.
Beide haben irgendwie recht. Doch beide schieben den Schwarzen Peter weiter.
Fakt ist: Seit 1980 gibt es 220.000 Jugendliche weniger. Fakt ist: Viele Betriebe haben aufgegeben. Fakt ist: Tausende Jugendliche suchen vergeblich.
Was hilft? Sicher keine neuen Strafgebühren, die am Ende alle zahlen. Aber auch nicht das Wegducken der Wirtschaft, die dann laut nach Fachkräften schreit.
Wir brauchen mehr Zusammenarbeit, nicht mehr Schuldzuweisungen. Betriebe müssen Jugendliche dort abholen, wo sie stehen – mit ihren Stärken und Schwächen. Schulen müssen allerdings viel besser auf die Arbeitswelt vorbereiten. Und die Politik? Soll endlich vermitteln, statt zuschauen!
Denn eines ist klar: Ohne Lehrlinge wird es finster in der Werkstatt. Und dann hilft das ganze Geraunze auch nichts mehr.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.