Der Salzburger Jan Hörl startete mit einem Megasprung auf der Großschanze und spürt, dass es bergauf geht. Heute jagen unsere Adler im Einzelbewerb nach der ersten Olympiamedaille bei den diesjährigen Spielen.
Boom! Der Auftakt auf der Großschanze in Predazzo war eine Kampfansage von Jan Hörl. Der Salzburger stellte mit 140,5 Metern im ersten Trainingsdurchgang klar die Höchstweite auf. Danach packte er seine Skier zusammen und fuhr frühzeitig wieder zurück ins Teamhotel.
„Das war eine Bombe“, grinste der 27-Jährige. „Danach wollte ich die Zeit zur Erholung nutzen.“ Nach der Nullnummer der rot-weiß-roten Flug-Armada auf der Normalschanze soll auf dem großen Olympiabakken unbedingt was Zählbares rausschauen. „Es war ein sehr gelungener Start, genau das war der Plan“, scheint es bei Hörl „klick“ gemacht zu haben. Schon im Mixedbewerb, wo es nicht für Edelmetall gereicht hatte, bewies er einen klaren Aufwärtstrend. Den konnte er nun fortsetzen. „Auf der Kleinen ist was Cooles passiert, das hat jetzt zu greifen begonnen“, freute sich der Pongauer, der als Mitgrund den Zitterbalken nannte.
Klingt kurios, aber dieser beeinflusst die Position der Sportler und ist nicht genormt. „Mit dem Balken auf der Großschanze tue ich mir leichter“, gesteht der vierfache WM-Medaillengewinner von Trondheim 2025, „hier ist er niedriger.“ Hörl erklärte der „Krone“ auch, was das konkret für die Anfahrt bedeutet. „Ich finde hier gleich den Druckpunkt, so wie ich ihn brauche und muss daher nicht lange suchen.“
Bei der Frage, was sich der Bischofshofener für das Einzel heute ausrechnet, bewies er Humor. „Ich bin im Rechnen nicht gut“, antwortete er, um ernst anzufügen: „Ich bin einer, der aggressiv ist und Geschwindigkeit braucht.“ Konkrete Ergebnisse gibt er nicht aus, gute Sprünge haben „oberste Priorität.“ Denn eines habe er gelernt: „Erzwingen kann man genau gar nix!“
Das zeigt sich auch bei seinen Teamkollegen Stephan Embacher, Stefan Kraft und Daniel Tschofenig, für die es nicht so gut lief wie für Hörl. Speziell Tschofenig tat sich wahnsinnig schwer mit der Schanze. Die Silberne für Kombinierer Johannes Lamparter nimmt er indes als Motivation.
Alle Augen auf Prevc
„Ich hoffe, dass sie uns Auftrieb gibt. Ich war mit Krafti dort zuschauen. Das Rennen war grandios. Da hat man gesehen: Wenn man kämpft, kann man was erreichen.“
Neben dem Kampf wird es auch eine gewisse Portion Lockerheit und das nötige Quäntchen Glück benötigen, um heute zu reüssieren. Als Topfavorit gilt Tourneesieger und Weltcup-Dominator Domen Prevc. „Gmahte Wiesn“ ist der Bewerb für ihn aber keine. Im Einzel auf der Kleinschanze ging er wie die Österreicher leer aus.
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