„Habt Kinder getötet“

Opfer-Angehörige greifen Todesbar-Betreiber an

Ausland
12.02.2026 12:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Betreiberin der Todesbar „Le Constellation“, in der 41 großteils junge Menschen ihr Leben verloren, ist am Donnerstag zum zweiten Mal einvernommen worden. Als Jessica Moretti in Begleitung ihres Mannes Jacques vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft eintrafen, wurden sie von Opferangehörigen angegriffen.

Vor dem Gebäude der Behörde in Sitten kam es zu einer emotionalen Konfrontation: Als das Ehepaar Moretti dort ankam, wurde es von einer Menschentraube aus Reportern und Familienmitgliedern von Opfern umzingelt. Die Angehörigen schrien die Gastronomen an, während die beiden versuchten, ins Gebäude der Staatsanwaltschaft zu gelangen.

Die Barbetreiber wurden von einem wütenden Mob eingekreist, kamen zwischenzeitlich keinen ...
Die Barbetreiber wurden von einem wütenden Mob eingekreist, kamen zwischenzeitlich keinen Schritt weiter.(Bild: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE)

Aufmarsch wurde in sozialen Medien geplant
Die Angehörigen hatten den Aufmarsch in sozialen Medien geplant, wie die Schweizer Zeitung „Blick“ schreibt. Auf Tiktok hieß es: „Die Eltern müssen kommen, um Druck auszuüben“. In einem anderen Beitrag wurde erklärt: „Nicht, um zu provozieren. Nicht, um zu schreien. Einfach nur, damit sie uns sieht. Damit sie uns in die Augen schaut und durch sie hindurch die Augen unserer Kinder sieht.“

Hier sind die dramatischen Szenen zu sehen: 

Zu Schreien kam es am Donnerstagmorgen dennoch, wie Videos von dem Vorfall zeigen. „Ihr habt unsere Kinder getötet!“, wurde den Morettis lautstark vorgeworfen. „Ihr seid Monster. Wie könnt ihr essen und schlafen?“, war in einer besonders angespannten Szene zu hören. 

Moretti verspricht: „Wenn wir müssen, werden wir zahlen“
Jacques Moretti fühlte sich angegriffen und reagierte spontan: „Wenn wir zahlen müssen, werden wir zahlen. Wir sind keine Mafia, wir sind Arbeiter.“ Das Ehepaar schaffte es schließlich nur mithilfe eines Polizisten ins Gebäude. 

Kritik an mangelnden Schutzmaßnahmen
Reporter, die das Spektakel hautnah miterlebten, kritisierten, dass die Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft gewesen seien. Die Morettis seien nur von einem Polizisten und einem Anwalt begleitet und hätten kaum Schutz gehabt. Das Paar sei sogar gegen die Mauer des Gebäudes gedrängt worden und sei von dort gar nicht weggekommen, wie „20 Minuten“ berichtete. Ein Bruder eines Opfers habe sogar versucht, Jessica Moretti zu treten. 

Die Kantonspolizei Wallis versprach nach dem Tumult, sie werde „ihre Vorkehrungen ab Donnerstagabend anpassen“. Für den Abend hatten Angehörige der Opfer erneut eine Aktion geplant, um die Morettis zu konfrontieren. Es könnten sogar noch mehr Menschen daran teilnehmen, wie der „Blick“ erklärte. 

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