„Tod Khamenei“
Versprecher kostet TV-Chef im Iran seinen Job
Ein einziger Satz in einer Live-Sendung hat im Iran personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Am 47. Jahrestag der Islamischen Revolution sagte ein Reporter des Staatsfernsehens versehentlich „Tod Khamenei“ statt des üblichen Slogans „Tod den USA“. Kurz darauf wurde der Programmchef des betroffenen Regionalsenders entlassen.
Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch während einer Live-Übertragung im iranischen Staatsfernsehen IRIB. Statt des bei offiziellen Anlässen gängigen Ausrufs „Tod den USA“ sprach der Reporter die Worte „Tod Khamenei“ aus.
Ayatollah Ali Khamenei ist das Staatsoberhaupt des Iran, trifft in vielen zentralen politischen Fragen die letztgültigen Entscheidungen und genießt für zahlreiche Anhänger des Systems einen besonderen Status als Kleriker.
Reporter entschuldigte sich mehrfach
Wie das Nachrichtenportal „Asr-Iran“ berichtete, entschuldigte sich der Reporter mehrfach für den Versprecher. Dennoch entschied die Führung der staatlichen Rundfunkanstalt IRIB, den Programmchef des regionalen Ablegers „Hamoun“ in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan zu entlassen. Dem Reporter selbst droht dem Bericht zufolge eine „Disziplinarstrafe“.
Die Formulierung „Tod Khamenei“ zählt ebenso wie „Tod dem Diktator“ zu den Slogans von Gegnern der politischen Führung. Diese Parolen waren während der jüngsten Anti-Regierungsproteste zwischen Ende Dezember und Anfang Jänner zu hören. Die Massendemonstrationen wurden – wie bereits in der Vergangenheit – blutig niedergeschlagen.
Mit den staatlich organisierten Kundgebungen zum Jahrestag der Revolution von 1979 wollte die Führung in Teheran demonstrieren, dass die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin hinter dem islamischen System und insbesondere hinter Revolutionsführer Khamenei steht. Die USA und Israel gelten als Erzfeinde des Iran.









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