Nach der „Geisterstadt“-Kritik reagiert nun der Bezirksvorort. Eine Taskforce zur Innenstadt wurde eingerichtet, erste Maßnahmen gesetzt. Das Zentrum soll außerdem mit Bepflanzungen und zusätzlicher Möblierung aufgewertet werden.
Mattersburg handelt: Nach den Schließungen sowie der Kritik an der wenig attraktiven Innenstadt, hat die Stadtregierung nun eine eigene Taskforce ins Leben gerufen. Diese soll Ideen und Vorschläge zur Belebung des Zentrums ausarbeiten. In dem Gremium sitzen Bürgermeisterin Claudia Schlager, Finanzstadtrat und Vizebürgermeister Thomas Nikles, Amtsleiter Dominik Schmidt sowie die Mitarbeiter der Abteilung Kommunikation & Marketing. Bis erste Vorschläge vorliegen, wird auf rasch umsetzbare Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt gesetzt.
Wertschöpfung durch Gutscheine
Unter anderem werden die „Mattersburger 10er“-Gutscheine neu belebt, die bei vielen Betrieben eingelöst werden können. Der Erwerb wird nach dem Prinzip „Kauf 10 – zahl 9“ subventioniert. Erwartet wird eine zusätzliche Wertschöpfung von mindestens 300.000 Euro für die teilnehmenden Betriebe. „Das Detailkonzept wird derzeit ausgearbeitet. Die Beschlussfassung ist für die Gemeinderatssitzung im März vorgesehen, danach soll die Umsetzung starten“, sagt Amtsleiter Schmidt.
Mehr Pflanzen und Möblierung
Zusätzlich soll das Stadtzentrum optisch aufgewertet werden. Geplant sind weitere Bepflanzungen sowie eine zusätzliche Möblierung, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Bereits in zwei Wochen – am 25. Februar – wird die Stadtgemeinde zudem zu einem Unternehmerstammtisch in die Bauermühle einladen. Alle politischen Fraktionen, Innenstadtbetriebe und die Wirtschaftskammer sind aufgerufen, vorbeizukommen, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
„Die Belebung der Innenstadt ist ein laufender Prozess, der nur im Zusammenwirken von Gemeinde, Wirtschaftstreibenden, Eigentümern und Bevölkerung gelingen kann“, sagt Bürgermeisterin Claudia Schlager.
Appell an Private
Dieser Appell richtet sich aus gutem Grund auch an die privaten Besitzer der Geschäftsflächen. „Die Stadtgemeinde kann weder über Vermietungen noch über Mietpreise entscheiden. Zudem besteht nicht bei allen Eigentümern Interesse, ihre Flächen kurzfristig zu vergeben“, so Schlager. Die Möglichkeit, öffentliche Fläche für Schanigärten kostenlos zu nutzen, besteht hingegen schon seit Jahren.
Polit-Streit mit Schuldzuweisungen
Abseits davon sorgt die Innenstadt-Debatte auch für politischen Streit. Die SPÖ habe jahrelang den Kopf in den Sand gesteckt, kritisiert ÖVP-Stadtrat Thomas Haffer. „Wo war die ÖVP, als wir im Jänner mit Gottfried Hoffmann noch versuchten, Maßnahmen für eine erfolgreiche Sanierung zu überlegen?“, fragt SPÖ-Stadtparteiobmann Nikles zurück.
Das Land setzt seine Dezentralisierungsstrategie in der Verwaltung weiter um: Seit 1. Jänner 2026 sind im Kulturzentrum Mattersburg das Burgenländische Landesarchiv, die Landesbibliothek sowie die neu geschaffene Landeskundliche Forschungsstelle organisatorisch zusammengeführt. Ergänzt wird dieser Schwerpunkt nun durch die Ansiedelung von Teilen der Kulturabteilung des Landes.
Kompetenzen dezentralisieren
„Mattersburg ist heute ein wichtiger Standort für Verwaltung und Forschung und damit ein stabiles zweites Standbein der Landesverwaltung“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Ziel sei es von Beginn an gewesen, Landeskompetenzen zu dezentralisieren und bestehende Infrastruktur sinnvoll zu nutzen. Die abgeschlossene Sanierung des Kulturzentrums Mattersburg schafft dafür zeitgemäße räumliche Voraussetzungen.
Froh über diesen Schritt ist auch Gert Polster, Leiter der Landeskundlichen Forschungsstelle: „Die Bündelung der landeskundlichen Einrichtungen ermöglicht neue Synergien und stärkt Mattersburg als Zentrum der burgenländischen Landesforschung.“
Sieben Angestellte
Die KBB (Kulturbetriebe Burgenland) beschäftigen am Standort sieben Personen, das Amt der Burgenländischen Landesregierung 16. Weiters finden sich im Gebäudekomplex auch noch das Literaturhaus Mattersburg und die Volkshochschule (VHS).
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