Hilfe für Hase & Co.

Kritik an Fuchsjagd: Jäger verteidigen Abschüsse

Burgenland
12.02.2026 19:00

Burgenlands Jäger verteidigen die Fuchsjagd zugunsten des Niederwilds. Tierschützer wiederum finden den Tod von 16 Tieren unnötig und vermuten eine grausame Todesart.

Die öffentliche Streckenlegung von 14 erlegten Füchsen und zwei Steinmardern durch den Jagdverband Burgenland in Steinbrunn stieß auf harsche Kritik der Tierschutzorganisation „Verein gegen Tierfabriken“. Sprecher Martin Balluch führte jüngst bei einer Aussendung ins Treffen, dass die Fuchsjagd bereits in Luxemburg, der Steiermark, Niederösterreich und Wien seit Jahren nicht mehr gemacht werde und „eine negative Folgewirkung blieb aus“.

„Unnötige Grausamkeiten“ vermutet
Zudem ortete er unnötige Grausamkeiten: „Wenn ich die Aufnahmen der toten Füchse bei dieser Streckenlegung in Steinbrunn betrachte, sehe ich auch Verletzungen der Tiere im Gesichtsbereich. Das wäre typisch für die Baujagd. Bei dieser grausamen Jagdform werden Hunde in den Fuchsbau geschickt, um dort mit der Fuchsfamilie zu kämpfen. Ein organisierter Tierkampf unter der Erde!“

Verletzungen im Gesicht würden laut dem „Verein gegen Tierfabriken“ auf Baujagd hindeuten.
Verletzungen im Gesicht würden laut dem „Verein gegen Tierfabriken“ auf Baujagd hindeuten.(Bild: VGT, Krone KREATIV)

Diesen Vorwürfen widerspricht Ewald Frank, Obmann des burgenländischen Jagdverbandes: „Ja, es gab eine öffentliche Streckenlegung, bei der wir den Tieren die letzte Ehre erwiesen. Die Füchse wurden aber nicht in Baujagd erlegt.“

Jagd erfolgte vom Ansitz aus
Vielmehr seien die Tiere in der Woche davor von Ansitzen aus geschossen worden. Die Bejagung begründet Frank folgendermaßen: „Derzeit haben die Füchse Ranz (Paarungszeit) und wir erlegen sie, bevor sie Junge haben“, erklärt Frank. Eine Maßnahme zum Schutz der Nachkommen von Niederwild wie Fasanen, Hasen oder auch Lerchen. Denn die hätten demnach ihre Jungen auch genau dann, wenn die Füchse für ihre Nachkommen auf die Jagd gingen. Werde nun die Zahl der Füchse gering gehalten, hätte, so Frank, das Niederwild bessere Chancen. „Wir haben außerdem den Auftrag von der Behörde, weil kein natürlicher Fressfeind für den Fuchs da ist.“

Auch zwei Steinmarder wurden geschossen.
Auch zwei Steinmarder wurden geschossen.(Bild: VGT, Krone KREATIV)

Dazu führt er ins Treffen, dass der Bestand der Hasen derzeit ganz unten sei, denn viele wären der Hasenpest, der Myxomatose, zum Opfer gefallen. Viele Reviere hätten sie deshalb gar nicht bejagt. Bei den erlegten Füchsen habe sich übrigens gezeigt, dass die Population völlig gesund sei – es gebe weder Tollwut noch Räude, schildert Frank.

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