Dreckiger Wahlkampf

Sex-Video-Drohung: Magyar erstattet Anzeige

Außenpolitik
13.02.2026 15:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor der Parlamentswahl spitzt sich der Ton im ungarischen Wahlkampf weiter zu: Der Spitzenkandidat der Opposition, Péter Magyar, hat Anzeige erstattet, nachdem anonym mit der Veröffentlichung eines heimlich aufgenommenen Sex-Videos gedroht worden war. Der Fall verbindet Gerüchte, eine rätselhafte Webseite und schwere Vorwürfe – und rückt die schärfer werdenden Methoden im politischen Machtkampf erneut ins Licht.

Magyar teilte auf Facebook mit, er habe Anzeige wegen der Androhung der Veröffentlichung eines Sex-Videos erstattet. Es bestehe unter anderem der Verdacht der unzulässigen Datensammlung sowie des Missbrauchs personenbezogener Daten. Er gehe davon aus, dass die Drohung aus dem Umfeld des seit 2010 regierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán stamme.

Sex-Video soll offenbar Herausforderer schaden
Auslöser der jüngsten Welle von Spekulationen war das Auftauchen einer neuen, von Unbekannten lancierten Webseite. Diese zeigte das Bild eines leeren Schlafzimmers und trug die englischsprachigen Schriftzüge „Coming soon“ sowie „Once upon a time… 2024.08.03“.

In von Orbán kontrollierten Medien und Social-Media-Kanälen kursierten daraufhin seit Tagen Gerüchte über ein angeblich existierendes Sex-Video, das Magyar im laufenden Wahlkampf schaden solle.

Ungarische Journalisten identifizierten das abgebildete Schlafzimmer als Teil einer Airbnb-Wohnung an der Budapester Ringstraße. Als Eigentümerin scheint demnach im Grundbuch die Ehegattin eines Oligarchen auf, dessen Firmen regelmäßig Staatsaufträge erhalten sollen.

Magyar: Habe mich veführen lassen
Magyar erklärte bereits zuvor, er habe im August 2024 nach einer Party mit Aktivisten seiner TISZA-Partei in dem gezeigten Zimmer Sex mit seiner Ex-Freundin gehabt. Diese habe ihn, wie er schrieb, damals erneut „verführt“. Das Zimmer sei vor ihm von anderen benutzt worden; er habe Spuren von Alkohol- und Drogengenuss vorgefunden. Er selbst habe nach eigenen Angaben noch nie in seinem Leben Drogen konsumiert.

Der Oppositionspolitiker ist der Ex-Mann der früheren ungarischen Justizministerin Judit Varga. Er stammt aus Orbáns rechtspopulistischer Fidesz-Partei, brach jedoch im Februar 2024 überraschend mit dem von ihm kritisierten System der Patronage und Korruption. Seine TISZA-Partei liegt in Meinungsumfragen seit mehr als einem Jahr um acht bis zwölf Prozentpunkte vor dem Fidesz.

Orbán kämpft verbissen um Macht
Beobachtern zufolge kämpft Orbán verbissen um den Erhalt seiner derzeit nahezu unumschränkten Macht. Die Entourage des Rechtspopulisten scheint bei der Wahl der Mittel nicht zimperlich zu sein: Bereits zuvor tauchten mit Künstlicher Intelligenz angefertigte Videos auf, in denen Magyar Sätze sagt, die er nie geäußert haben soll. Alle bisherigen Versuche, den Herausforderer zu diffamieren, blieben jedoch bislang wirkungslos.

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