„Unglaublich wichtig“

Causa Epstein: Europäische Ermittlungen gefordert

Außenpolitik
10.02.2026 11:28
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Von krone.at

Der Epstein-Skandal zieht immer weitere Kreise. Nach der Veröffentlichung weiterer Akten geraten immer mehr Personen des öffentlichen Lebens unter Druck – auch in Europa. Aus diesem Grund wird die Forderung nach europäischen Ermittlungen immer größer.

„Wir dürfen uns nicht allein auf die Untersuchungen der USA verlassen“, erklärte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, am Dienstag im „Handelsblatt“. Die Kompetenz für Ermittlungen liege zwar bei den Mitgliedsstaaten selbst. Ein koordiniertes, kooperatives Vorgehen auf europäischer Ebene sei in solchen grenzüberschreitenden Fällen aber unglaublich wichtig.

Katarina Barley
Katarina Barley(Bild: EPA/HAYOUNG JEON)

„Klares Signal“ nach außen gefordert
Die sozialdemokratische Politikerin brachte in diesem Zusammenhang Europol ins Spiel. Der Skandal habe eine erhebliche internationale Dimension. „Wir müssen jeglichen Hinweisen auf mögliche Verbindungen des Epstein-Netzwerks nach Europa nachgehen, insbesondere weil der Verdacht ausländischer Einflussnahme im Raum steht“, betonte sie. Denn „mit einer koordinierten europäischen Aufarbeitung“ sende Europa ein unmissverständliches Signal – dass man entschieden gegen Machtmissbrauch vorgehe, so Barley.

Der US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte über Jahre hinweg einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten und weltweit Kontakte zu hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel gepflegt. Er wurde im Juli 2019 festgenommen und nahm sich einen Monat später in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben. Um den Fall ranken sich zahlreiche Theorien. Dazu gehören Spekulationen, Epstein habe im Auftrag russischer Geheimdienste kompromittierendes Material („Kompromat“) über einflussreiche Personen gesammelt, um diese erpressbar zu machen.

Jeffrey Epstein nahm sich offiziellen Berichten zufolge hier im Metropolitan Correctional Center ...
Jeffrey Epstein nahm sich offiziellen Berichten zufolge hier im Metropolitan Correctional Center in New York selbst das Leben.(Bild: APA/AFP/Don Emmert)

Hatte Epstein Kontakte zum russischen Geheimdienst?
Aus diesem Grund untersucht die polnische Regierung mögliche Verbindungen Epsteins des kriminellen Investmentbankers zum russischen Geheimdienst. „Immer mehr Spuren, immer mehr Informationen und immer mehr Kommentare in der Weltpresse beziehen sich auf den Verdacht, dass dieser beispiellose Pädophilie-Skandal von russischen Geheimdiensten mitorganisiert wurde“, erklärte Premier Donald Tusk vor wenigen Tagen bei einer Regierungssitzung.

Auf die Frage, ob Epstein ein russischer Spion war, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in der Vorwoche, er sei versucht, „viele Witze über diese Version“ der Dinge zu machen, „aber das wäre Zeitverschwendung“. In den in der vergangenen Woche vom US-Justizministerium neu veröffentlichten Dokumenten zu den Verbindungen Epsteins ist mehrfach zu lesen, dass der Investmentbanker den Wunsch hatte, Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Demnach versuchte Epstein mehrfach, ein Treffen zu arrangieren. Aufzeichnungen über ein tatsächliches Treffen gibt es nicht. Peskow hatte russischen Staatsmedien bereits zuvor gesagt, der Kreml habe nie eine Anfrage Epsteins erhalten.

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