Vom Sanierungsverfahren in die Wiener Staatsoper – diese Geschichte schreibt die Mühlviertler Fischzucht Böhmerwald. Im Herbst 2024 ging das Unternehmen pleite, ein halbes Jahr später stieg die Investorengruppe Pure Investments ein – und kommende Woche liefert der Betrieb zum zweiten Mal Zander als Hauptgericht für den Opernball nach Wien.
„Unser Zander wird eine Zeit lang in Salzwasser eingetaucht, dann geflämmt und als Fisch mit Krautroulade serviert“, sagt Ulrich Kallausch, Gesellschafter von Pure Investments, über das Menü auf dem Opernball. Rund zehn Kilogramm Filet aus dem Mühlviertel werden kommende Woche in der Staatsoper aufgetischt.
Seine Investorengruppe stieg im Mai 2025 bei der zuvor pleite gegangenen Fischzucht Böhmerwald aus Ulrichsberg im oberösterreichischen Mühlviertel ein. Dem kleinen Betrieb mit fünf Mitarbeitern war im Aufbau der Zuchtanlage das Geld ausgegangen.
Firma soll im Vollbetrieb profitabel sein
Die Investorengruppe übernimmt produzierende Unternehmen mit gesundem Kern aus der Insolvenz – im Fall der Fischzucht dürfte der Plan aufgehen. Insgesamt soll die Fischzucht im Endausbau ab Juli 100 Tonnen Zander pro Jahr abwerfen, das entspricht 50 Tonnen Filet. „Wenn wir auf Vollkapazität laufen und unser Preiskorsett beibehalten, werden wir bei 1,5 oder 1,6 Millionen Euro Jahresumsatz landen – das macht uns wieder profitabel“, sagt Kallausch.
Die Indoor-Fischzucht verfügt über 36 Becken. Durch eine Kreislaufanlage konnte nach dem Einstieg der Investoren der Bedarf an Frischwasser von mehr als einem Liter pro Sekunde auf weniger als einen halben Liter gesenkt werden. Laut eigenen Angaben beliefert das Unternehmen aktuell rund 100 Betriebe aus der Gastronomie mit Zander. Wachstumspotenzial sieht Kallausch im Osten wie im Westen Österreichs, sowie im nahegelegenen Bayern.
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