Österreichs Außenministerin fordert bei der Konferenz zu Frauen in Konflikten in Wien mehr Frauen in Friedensprozessen. Warum das gerade jetzt entscheidend ist – und welche Warnungen von der UNO-Sonderbeauftragten kommen.
Bei der Eröffnung der Wiener Konferenz „Women as agents for Security and Peace“ (Frauen als Vermittlerinnen für Sicherheit und Frieden) am Montagabend betonte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), dass Friedensprozesse nur dann nachhaltig sein können, wenn Frauen Teil der Entscheidung sind. Anlass der Konferenz ist das 25. Jubiläum der UNO-Sicherheitsratsresolution 1325 zu „Frauen, Frieden und Sicherheit“.
Die Resolution, die im Jahr 2000 verabschiedet wurde, hebt erstmals die besondere Betroffenheit von Frauen in Konflikten hervor und unterstreicht ihre zentrale Rolle bei Friedensverhandlungen, Konfliktlösung und Wiederaufbau.
Dramatische Lage in Afghanistan
Die UNO-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, erklärte bei der Konferenz, dass die Resolution die internationale Friedens- und Sicherheitspolitik grundlegend verändert habe. Gleichzeitig warnte sie vor Rückschritten bei der Gleichstellung der Geschlechter. Besonders dramatisch sei die Lage von Frauen in Afghanistan. Diese Entwicklung sei das Ergebnis gezielter politischer Entscheidungen, um Menschenrechte zurückzudrängen.
Wir erleben derzeit eine Umkehrung der Fortschritte, die im Bereich der Gleichstellung der Geschlechter erzielt wurden.

Pramila Patten, UNO-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Nach Angaben der UNO leben derzeit rund 676 Millionen Frauen in einem Umkreis von 50 Kilometern um aktive Konfliktgebiete. In den vergangenen zwei Jahren sei die Zahl bestätigter Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt um 87 Prozent gestiegen, wobei das Alter der Opfer zwischen einem und 75 Jahren liege. Gleichzeitig würden Mittel für Frauenorganisationen gekürzt, während die weltweiten Militärausgaben auf einen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar (2,3 Billionen Euro) gestiegen seien.
Dort, wo die Rechte von Frauen und Mädchen mit Füßen getreten werden, brechen leichter Konflikte und Chaos aus.
Beate Meinl-Reisinger, Außenministerin (NEOS)
Meinl-Reisinger betonte, dass der Schutz von Frauen vor Gewalt und ihre stärkere Einbindung in Friedensprozesse ein Schwerpunkt der österreichischen Außenpolitik seien. Österreich wolle daher gezielt Frauenstimmen in allen Phasen von Friedensbemühungen stärken.
Die Außenministerin nutzt die zweitägige Konferenz auch für bilaterale Gespräche mit Amtskolleginnen und -kollegen aus mehreren Ländern, die ihrer Einladung gefolgt sind, wie etwa Vertreterinnen aus den Philippinen, Mosambik oder Kolumbien. Auch viele Frauen aus der österreichischen Politik, Wirtschaft und Kultur sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen und die First Lady Doris Schmidauer nehmen an der zweitägigen Konferenz in Wien teil.
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