Mord in Wels

Pflegeexpertin weiß: „Zu uns kommen viele zu spät“

Oberösterreich
10.02.2026 06:00

Ein Vater soll in Wels seine beeinträchtigte Tochter und anschließend sich selbst getötet haben – wir berichteten als Erste. Trauriger Grund könnte Überforderung bei der Betreuung der 19-Jährigen gewesen sein. 

Wie herausfordernd Pflege sein kann, weiß Sonja Zauner, die bei der Caritas in Oberösterreich die Servicestelle für pflegende Angehörige leitet: „Zu uns kommen viele zu spät“, sagt sie.

Rückzug, massive Schlafstörungen oder chronische Erschöpfung sind nur einige Warnzeichen, wenn Pflegende an ihre Grenzen stoßen. „Die Betroffenen reagieren unterschiedlich auf die Belastungen. Das kommt auf die Resilienz an, aber auch auf das Unterstützungsnetzwerk, oder ob man die Rolle selbst gewählt hat“, so Zauner.

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Die Betroffenen reagieren unterschiedlich auf die Belastungen. Das kommt auf die Resilienz an, aber auch auf das Unterstützungsnetzwerk.

Sonja Zauner berät bei Caritas pflegende Angehörige.

Aus der Praxis weiß sie, dass viele bei Überforderung zu spät Hilfe suchen. Trotzdem: „Es darf nicht so weit kommen, dass man den zu pflegenden Personen Gewalt antut.“

Betroffene Mutter erzählt aus der Praxis
Claudia Sengeis (54) ist Mutter eines 30-jährigen Autisten. Sie hat die Initiative „Enthindert“ gegründet, um andere Betroffene zu unterstützen. „Die Pflege eines beeinträchtigten Kindes ist wie ein Dauerausnahmezustand“, sagt die Wienerin. Das werde mit zunehmendem Alter nicht einfacher, denn Tragen oder Heben zehrt am Körper.

Sorge, wie‘s weitergeht
Zudem kommt noch die Sorge, wie es nach dem eigenen Tod mit dem beeinträchtigten Kind weitergeht: „Viele von uns sind ehrlich gesagt froh, wenn die Kinder vor uns gehen dürfen“, so Sengeis. Auch sie betont, wie wichtig es ist, sich bei Überforderung helfen zu lassen: „Wenn man das Gefühl hat, es geht nicht mehr, muss man sich Hilfe von außen holen. Sonst geht man unter.“

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