Einen unüblichen Vorstoß gibt es im Murtal: Die Feuerwehren Unzmarkt und Frauenberg schließen sich freiwillig zusammen. Das ist in der Steiermark eine absolute Ausnahme. Bürgermeister Markus Schiffer, selbst Feuerwehrmann, erklärt die Hintergründe.
Dass sich zwei Freiwillige Feuerwehren aus eigenen Stücken zusammenlegen wollen, hat in der Steiermark Seltenheitswert. Im Murtal bahnt sich aktuell eine solche „Floriani-Hochzeit“ an: In der Gemeinde Unzmarkt-Frauenburg wollen die beiden noch eigenständigen Wehren fusionieren.
Rüsthäuser nicht mehr zeitgemäß
Triebfeder hinter dem ungewöhnlichen Vorstoß ist Bürgermeister Markus Schiffer (SPÖ), der selbst seit über 30 Jahren Mitglied der Feuerwehr Unzmarkt ist. Die Rüsthäuser von Unzmarkt und Frauenburg liegen nur 350 Meter Luftlinie voneinander entfernt, und beide Gebäude seien nicht mehr zeitgemäß. Zudem steht in der Gemeinde die Errichtung eines Bauhofs an. „Ich habe dann die Idee in den Raum gestellt, die Wehren zusammenzulegen, ein neues Rüsthaus zu bauen und jenes in Unzmarkt für einen Bauhof zu adaptieren“, erklärt Schiffer.
Der Vorschlag habe durchaus Mut erfordert, als dann aber die Fakten auf dem Tisch lagen, sei die Idee „sehr wohlwollend“ aufgenommen worden.
Wir fahren jetzt schon viele Einsätze gemeinsam und pflegen eine gute Kameradschaft. Die Fusion ist ein logischer Schritt.

Markus Schiffer, Bürgermeister Unzmarkt-Frauenburg
Bild: SPÖ Steiermark
Inzwischen wurden sowohl bei den Feuerwehren als auch in der Gemeinde entsprechende Beschlüsse gefasst. „Wir bewältigen jetzt schon viele Einsätze gemeinsam, greifen bei Veranstaltungen zusammen und haben wehrübergreifend eine sehr gute Kameradschaft“, so Schiffer. Durch die Fusion erwartet man sich mittelfristig finanzielle Vorteile sowie Stärkung der Einsatzbereitschaft und Jugendarbeit.
„Kein allgemeiner Trend“
Seitens Landesfeuerwehrverband Steiermark betont man, dass solche Fusionen „nur ganz vereinzelt“ vorkommen. „Jede Feuerwehr hat ihre gewachsene Struktur und Identität. Daher sind solche Schritte sehr individuell zu betrachten und nicht als allgemeiner Trend zu verstehen“, sagt der Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried. Dass sich Feuerwehren Gedanken über ihre Zukunft machen, sei wichtig. Man müsse aber sehr sensibel damit umgehen, wenn von außen Erwartungen entstehen. „Das Feuerwehrwesen lebt von Ehrenamt und im Ehrenamt funktioniert Druck selten“, sagt Leichtfried.
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