
2011 beendete Sarah Schleper beim Weltcup-Slalom in Lienz ihre Karriere, stahl der damaligen Tagessiegerin Marlies Schild mit ihrem gewagten Outfit und Sohn Lasse auf den Armen fast die Show. 15 Jahre später startet die 46-Jährige zum siebenten Mal bei Olympia, aber erstmals mit Sohn Lasse im Team. Sie bestreiten beide für Mexiko den Slalom.
Der Slalom 2011 in Lienz war besonders. Die damals 16-jährige Mikaela Shiffrin fuhr als Dritte erstmals auf das Weltcup-Podest. Marlies Schild gewann überlegen vor Tina Maze. Und dann war da natürlich noch der Auftritt von Sarah Schleper. Die Amerikanerin die seit 2014 die mexikanische Staatsbürgerschaft hat, beendete nach 16 Jahren im Weltcup ihre Karriere.
Mini-Kleid von Stiegler, Bikini von Mancuso
Und zwar mit einem aufsehenerregenden letzten Ritt. Sie fuhr in einem Mini-Kleid, trug darunter nur einen Bikini. Zur Hälfte des Rennens stoppte sie und nahm ihren damals dreijährigen Sohn Lasse in die Arme. Gemeinsam fuhren sie ins Ziel, wo sie u.a. von Lindsey Vonn euphorisch gefeiert wurde.
Schleper erzählte in einem Interview mit Olympics.com: „Die Mädels haben immer gescherzt, dass ich mein letztes Rennen nackt fahren müsste. Sie wussten, dass ich ein bisschen verrückt bin und dazu fähig wäre.“ US-Teamkollegin Resi Stiegler sagte damals zu ihr: „Ich habe ein Kleid für dich.“ Julia Mancuso ergänzte. „Und ich habe einen Bikini. Den kannst du drunter tragen.“ Als Schleper beim Start wartete, sagte ihr Mann: „Warum nimmst du Lasse nicht auf dem Weg in die Arme?“ Die heute 46-Jährige lacht: „Es war nicht geplant, es geschah einfach.“
„Es ist überwältigend“
15 Jahre später startet Schleper in ihre bereits siebenten Olympischen Winterspiele – und schreibt dabei Geschichte. Denn erstmals ist im Winter ein Mama-Sohn-Duo am Start. Sarah fährt Riesentorlauf und Slalom, ihr mittlerweile 18-jähriger Sohn Lasse den Slalom. Die 46-Jährige, die bei der Eröffnungsfeier Mexikos Fahne trug, sagt vor dem historischen Start: „Es war ein Ziel, das wir schon seit vielen Jahren hatten. Es ist überwältigend.“
Sehr rar gesät
In der olympischen Geschichte sind Fälle von Müttern, die gemeinsam mit ihren Kindern an derselben Ausgabe teilnahmen, sehr rar gesät: Es gab bisher lediglich vier – und zwar nur bei Sommerspielen. Die ersten waren die US-amerikanischen Golferinnen Mary und Margaret Abbott 1900 in Paris. Die Tochter wurde damals sogar Olympiasiegerin. Der jüngste Fall ist die Georgierin Nino Salukvadze, dreifache Olympiamedaillengewinnerin im Sportschießen, und ihr Sohn Tsotne Machavariani bei den Spielen 2016 in Rio.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.