Yahya Abdul-Mateen und Ben Kingsley treten in der neuen Marvel-Serie „Wonder Man“ (Disney+) den Beweis an, dass Comicverfilmungen nicht immer in die Trickkiste greifen müssen, sondern auch gefühl- und humorvoll in die Tiefe gehen können.
Die Fan-Kritik, dass seit der Übernahme von Disney Marvel viel zu viel an Material produziert hätte und man selbst als eingefleischter Comic-Fan kaum noch mit dem Anschauen hinterherkommen würde, dürfte sich Kevin Feige, Chef der Division, zu Herzen genommen haben. Vor allem aber auch die Rufe nach weniger überbordendem Effekte-Wahnsinn. Ja, Fortschritt und Technologie sind wunderbar, aber sie machen eine Geschichte auf der Leinwand nicht unbedingt immer besser. Oft lenken sie auch von schlechten Drehbüchern, Adaptionen oder schauspielerischen Leistungen ab – alles Dinge, die die neue Serien-Adaption von „Wonder Man“ zum Glück nicht nötig hat.
Die achtteilige Produktion erzählt die Geschichte des Schauspielers Simon Williams (Yahya Abdul-Mateen), der zwar wahnsinnig talentiert ist, sich mit seinem Perfektionismus allerdings selbst im Weg steht. Dabei will er unbedingt die Titelrolle in der Neuverfilmung von „Wonder Man“ ergattern, weil wer, wenn nicht er, der tatsächlich über wage demonstrierte Superkräfte verfügt, könnte diese besser spielen? Also bereitet er sich gemeinsam mit Schauspielveteran Trevor Slattery (Ben Kingsley), der einst den Terroristen Mandarin gespielt hatte und dafür ins Gefängnis musste, auf die Rolle vor. Daraus entsteht eine komplexe und komplizierte Männer-Freundschaft, die auf ihrer Liebe zum Schauspielhandwerk basiert. Trevor trägt allerdings auch ein kleines Geheimnis mit sich, das wie ein Damoklesschwert über ihrer neu gewonnenen Verbundenheit hängt.
In der Ruhe liegt die Kraft
Wer sich ein großes Superhelden-Spektakel erwartet, sei gewarnt – es ist die Antithese zu dem oft gesehenen Effekte-Wahnsinn. In diesem Fall liegt tatsächlich in der Ruhe die Kraft – jene schauspielerische Kraft, die sich in den intimen, aber oft auch humorvollen Momenten zwischen Abdul-Mateen und Kingsley entfaltet und uns in ihren Bann zieht – ganz ohne Ablenkungen.
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