Anrainer verärgert

Nervenkrimi wegen Alpakas in Wiener Siedlung

Wien
01.02.2026 07:00
Porträt von Katharina Lattermann
Porträt von Tierecke
Von Katharina Lattermann und Tierecke

In Aspern herrscht Aufregung um eine bunt zusammengewürfelte Tiergruppe. Vier Alpakas, allerlei Geflügel und leider auch zahlreiche Ratten hausen auf einem Privatgrundstück mitten im beschaulichen Wiener Siedlungsgebiet. Gestank und Lärm treiben die Anwohner auf die Barrikaden, die Stadt Wien blieb bislang tatenlos.

Genüsslich sonnen sich die Alpakas beim Lokalaugenschein der „Krone“- Tierecke in der Wintersonne, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Doch die Idylle ist trügerisch, denn bei den Anrainern rund um das Privatgrundstück in der Donaustadt liegen die Nerven blank. 

„Im Winter ist es nicht so schlimm, aber wenn es wärmer wird, ist der Gestank der Tiere unerträglich. Wir können im Sommer keine Fenster öffnen und auch das Krähen der Hähne raubt uns jede Ruhe“, erzählt ein Betroffener am Hagedornweg, der anonym bleiben möchte. Er sei ein großer Tierfreund, aber diese Haltung ist mittlerweile der ganzen Straße ein Dorn im Auge. 

Alpakas sind niedlich anzusehen, aber in direkter Nachbarschaft im Stadtgebiet kann es ...
Alpakas sind niedlich anzusehen, aber in direkter Nachbarschaft im Stadtgebiet kann es problematisch werden, wie zahlreiche Ausbrüche durch den Zaun belegen.(Bild: privat)

Wie am Bauernhof
Neben den Alpakas leben auch mehrere Hähne, eine große Hühnerschar und zahlreiche Enten und Tauben auf dem ungepflegt wirkenden Grundstück. Beim Lokalaugenschein der „Krone“ war niemand in Sicht, der sich vor Ort um die Tiere kümmert. Die Besitzerin wohne in einem Bezirk am anderen Ende der Stadt, sie komme nicht jeden Tag her, ist von einer Anrainerin zu erfahren.

Stinkt zum Himmel
Seit über zwei Jahren zieht sich dieses Schauspiel. „Mir graut schon vor dem Frühjahr, wenn es mit dem Gestank wieder losgeht. Die hygienischen Zustände sind untragbar. Es gibt auch keinen Mistplatz, die Exkremente der Tiere werden einfach überall auf dem Erdboden verteilt oder in Löchern verscharrt“, ärgert sich die Anrainerin weiter. Zusätzlich laufen überall Ratten herum, die natürlich vom Futter der Tiere angelockt werden.

Die Tiere auf dem Gelände dürften sich unkontrolliert vermehren. Die Lautstärke der Enten und ...
Die Tiere auf dem Gelände dürften sich unkontrolliert vermehren. Die Lautstärke der Enten und Hühnerschar soll unerträglich sein.(Bild: privat)

Ein Brief an den Bürgermeister half auch nicht weiter. Das eingeschaltete Veterinäramt (MA60) verwies auf durchgeführte Kontrollen zur Einhaltung des Tierschutzgesetzes. Wenn Personen durch eine Tierhaltung belästigt werden, sei Sache der Polizei, ist in einem Schreiben der MA60 zu lesen. 

Verwahrlostes Anwesen
Es seien bereits mehrere Stellen kontaktiert worden, eine Lösung für die geplagten Anwohner ist aber noch nicht erreicht. Auch „Krone“-Tierecke Leiterin Maggie Entenfellner sieht den Fall sehr kritisch: „So etwas mag in ländlicher Umgebung problemlos funktionieren, aber doch nicht mitten in einer Reihenhaussiedlung in Wien. Wir haben nun auch Kontakt zum Bezirksvorsteher aufgenommen und hoffen, dass man den Menschen, aber auch den Tieren dort helfen kann. Für mich wirkt das einfach verwahrlost und sinnlos. Ich frage mich, wie lange da noch weggeschaut werden kann.“

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