„Australia Day“

„Kein Tag zum Feiern“: Tausende protestieren

Ausland
26.01.2026 10:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am 26. Jänner wird in Australien der Nationalfeiertag begangen. Während die einen patriotisch die australische Flagge vors Haus hängen und mit Freunden feiern, gehen andere auf die Straße, um zu protestieren.

Mit dem Tag gedenkt das Land der Ankunft der ersten britischen Flotte in Sydney am 26. Jänner 1788. Es war der Auftakt zur Kolonisierung, geprägt von Gräueltaten und die Unterdrückung der indigenen Bevölkerung. Kritiker bezeichnen den Feiertag deshalb als „Invasion Day“ oder auch „Survival Day“.

„Wird immer das Land der Aborigines sein“
Deshalb gingen in vielen australischen Städten zehntausende Menschen auf die Straße. Trotz großer Sommerhitze versammelten sich Ureinwohner und Aktivisten unter anderem in den Metropolen Sydney, Melbourne, Brisbane und der Hauptstadt Canberra. Viele Demonstrierende trugen die Flagge der Aborigines – eine gelbe Sonne vor schwarzem und rotem Hintergrund. Auf Schildern war unter anderem zu lesen: „Dies ist kein Tag zum Feiern“ oder „Dies war und wird immer das Land der Aborigines sein.“ 

Mann auf Gegendemo verhaftet
Es gab jedoch auch kleinere Gegendemos, bei denen Teilnehmer die australische Flagge schwenkten. Ein Mann wurde bei einer solchen Demo verhaftet: Er soll antisemitische Bemerkungen gemacht und seine Unterstützung für zwei australische Neonazis zum Ausdruck gebracht haben, wie „The Sydney Morning Herald“ schreibt.  

Grausame Verbrechen an Aborigines
Viele Jahrzehnte lang wurden früher Aborigine-Kinder ihren Eltern entrissen und mussten in Heimen oder bei weißen Familien aufwachsen. In Australien werden sie als „Stolen Generation“ (gestohlene Generation) bezeichnet. Für das Leid der Ureinwohner gab es erst 2008 eine offizielle Entschuldigung durch den damaligen Premierminister Kevin Rudd, der um Vergebung für das erlittene Unrecht bat.

Indigene bis heute benachteiligt
Die Zahl der indigenen Australier wird Regierungsangaben zufolge auf etwa eine Million geschätzt, die im Vergleich zu den restlichen 26 Millionen Australiern vielfach benachteiligt werden. Erst Ende 2023 hatte sich eine deutliche Mehrheit der Australier bei einem historischen Referendum dagegen ausgesprochen, den Ureinwohnern ein größeres politisches Mitspracherecht einzuräumen.

„Müssen Ureinwohnern Respekt erweisen“
Die Organisation Antar, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzt, schrieb auf ihrer Webseite, beim „Survival Day“ müsse es vor allem darum gehen, dem Widerstand der indigenen Bevölkerung angesichts systematischer und andauernder Ungerechtigkeit und Verweigerung ihrer Rechte Respekt zu zollen.

Gegner wollen Feiertag abschaffen
Kritiker äußerten verschiedene Ideen dazu, wie man mit dem Feiertag umgehen sollte. Dazu gehört etwa, das Datum des Nationalfeiertags zu ändern – möglichst auf einen Tag, der symbolisch die Vielfalt der australischen Bevölkerung widerspiegelt. Andere wünschen sich eine vollständige Abschaffung.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt