Kaum 22 geworden, ist Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra am Sonntag zu ihrer ersten offiziellen und somit historischen Reise aufgebrochen – empfangen von strahlenden Nordlichtern. Ein märchenhafter Auftakt, der jedoch vom nahenden, als „Jahrhundertprozess“ bezeichneten Verfahren gegen ihren Bruder überschattet wird.
Die erste institutionelle Solo-Reise der Tochter von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit führt sie nach Finnmark, in den nördlichsten Teil Kontinentaleuropas.
Genauer gesagt landete Ingrid Alexandra am späten Sonntagnachmittag in Karasjok, mitten in eisiger Wildnis und bei Temperaturen von teils unter minus zehn Grad. Doch die Prinzessin zeigte sich bestens vorbereitet: warm eingepackt, dicke Jacke und Schal.
Fans und Royal-Beobachter waren besonders begeistert von einem liebevollen Detail: Ihr Schal schien die Farben der norwegischen Flagge widerzuspiegeln. Rot, Weiß und Blau – ein modisches Statement, das viele als stilles Zeichen von Verbundenheit und Pflichtbewusstsein deuteten. Eine Geste, stark an Prinzessin Catherine erinnert, die mit farblich abgestimmten Looks längst zur Meisterin der royalen Symbolsprache geworden ist.
Rentierfleisch und Samen-Hütte
Ein royaler Auftritt wie aus einem Winterfilm: Gegen 17:30 Uhr rauschte die Prinzessin auf einem Schneemobil heran, flankiert von ihrem Sicherheitsteam. Über ihr wirbelten die Nordlichter, unter ihr knirschten Schnee und Eis. Gegessen wurde traditionelles Rentierfleisch, ganz im Stil der Region.
Geschlafen hat sie in einer Gamme, einer erdigen, gemütlichen Lehmhütte der Samen – dem indigenen Volk des hohen Nordens, das seit Jahrhunderten in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland lebt und eng mit der Natur verbunden ist.
Der Kontrast könnte kaum größer sein – denn diese Reise findet in einem hochsensiblen Moment für das norwegische Königshaus statt.
Das Königshaus teilte dieses Foto der Kronprinzessin unter den Nordlichtern:
„Jahrhundertprozess“ gegen Halbbruder
Ein Schatten, der über der sonst so strahlenden Royal-Welt liegt: In nur zehn Tagen startet in Oslo der von der nordischen Presse bereits als „Jahrhundertprozess“ betitelte Fall rund um Ingrid Alexandras Halbbruder Marius Borg Høiby.
Mehr als dreißig mutmaßliche Straftaten stehen im Raum – von schweren Sexualdelikten bis hin zu Drogenbesitz. Marius weist die meisten Vorwürfe zurück, doch die mögliche Strafe hat es in sich: Bis zu 16 Jahre Haft stehen im Raum. Ein Drama, das die norwegische Königsfamilie und damit auch Ingrid Alexandra mitten ins Rampenlicht rückt.
Hoffnungsträgerin der Monarchie
Die Zweite in der Thronfolge gilt längst als Hoffnungsträgerin der Monarchie. Sie ist beliebt, bodenständig, diszipliniert. Ihre Reise wird daher auch als bewusstes Signal der Stabilität und Zukunftsorientierung gelesen.
Inhaltlich ist das Programm dicht und symbolisch aufgeladen: Am Montag besucht Ingrid die Schule in Karasjok, trifft Schülerinnen, Schüler und Vorschulkinder und spricht später mit Abgeordneten im Parlamentsgebäude. Am Dienstag geht es weiter nach Kirkenes und Tana, wo eine Hundeschlittenfahrt auf dem Plan steht. Zum Abschluss trifft sie Vertreter der lokalen Wirtschaft sowie Freiwilligenorganisationen in Sør-Varanger.
Nach dem frostigen Norden plant Ingrid Alexandra einen starken Kontrast: Im Februar kehrt sie nach Sydney, Australien, zurück, wo sie derzeit lebt, studiert und sonnige Tage verbringt. Dort setzt sie ihr Studium der Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt politische Ökonomie und internationale Beziehungen fort.
Doch jetzt gehört der Moment dem Norden – dem Eis, den Nordlichtern und einer jungen Kronprinzessin, die zeigt: Sie ist bereit.
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