Zahlen steigen

Kündigung mit 60plus: Arbeitslos in die Pension!

Burgenland
26.01.2026 11:00

Immer mehr ältere Arbeitnehmer werden gefeuert. Im Burgenland liegt die Arbeitslosenquote bei den 55- bis 60-Jährigen bei elf Prozent, bei den 60- bis 65-Jährigen gar bei 14,5 Prozent. Doch Betroffene brauchen nicht kampflos aufgeben. Es gibt Wege, eine weitere Beschäftigung durchzuboxen.

Wer 60 Jahre oder älter ist, hat in der Berufswelt von heute ausgedient und wird immer öfter unfreiwillig aufs Abstellgleis gestellt. Rund 30 Prozent der 25.000 mittleren und größeren Unternehmen in Österreich beschäftigen keine Mitarbeiter mehr jenseits der besagten Altersgrenze. Frauen trifft dieser Trend besonders hart: Sie werden oft noch früher ausgemustert. Ein Drittel der Frauen geht direkt aus der Arbeitslosigkeit in die Pension.

Der Hauptgrund für die Altersdiskriminierung ist der wirtschaftliche Druck, dem Unternehmen ausgesetzt sind, um konkurrenzfähig zu bleiben. Mitarbeiter mit längerer Betriebszugehörigkeit kosten in der Regel mehr als jüngere, weil sie oft höhere Löhne und Gehälter beziehen. Außerdem zeigen sie sich manchmal weniger flexibel, was Fortbildungen und Arbeitsprozessoptimierungen betrifft. Aber auch der demografische Wandel sorgt für eine Verschiebung der Altersstruktur bei den Beschäftigten – und zwar quer durch alle Branchen.

Die Arbeiterkammer kritisiert, dass ältere Arbeitnehmer oft nicht wertgeschätzt werden und ...
Die Arbeiterkammer kritisiert, dass ältere Arbeitnehmer oft nicht wertgeschätzt werden und stillschweigend auf das „Abstellgleis“ geschoben werden.(Bild: detailblick-foto - stock.adobe.com)

Kündigung aus heiterem Himmel
Das zeigen auch die Kündigungen von zwei Burgenländern, die von ihren Unternehmen wegrationalisiert werden. Einer war 20 Jahre lang als Bauarbeiter bei einer Baufirma beschäftigt und wurde mit 61 Jahren entlassen. Ähnlich erging es einem Küchenmitarbeiter, der mit knapp 60 Jahren vor die Tür gesetzt wurde. Während die meisten in so einem Fall unter Schock stehen und nach mehrjähriger Arbeitslosigkeit in die Pension wechseln, hatten die besagten Burgenländer Glück. Sie nahmen die Kündigung nämlich nicht einfach hin, sondern suchten Unterstützung bei der Arbeiterkammer.

Dort wurde festgestellt, dass aufgrund der hohen finanziellen Belastungen und sonstiger Lebensumstände die Kündigungen sozial ungerechtfertigt waren. Im Fall des Bauarbeiters konnte der Arbeitgeber von der Arbeiterkammer und dem Betriebsrat von der Sozialwidrigkeit der Kündigung überzeugt werden. Auch im zweiten Fall wurde nach Interventionen die Kündigung zurückgenommen.

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Lassen Sie sich nicht kampflos von dem Unternehmen, in dem Sie beschäftigt sind, entledigen. Die Arbeiterkammer und die Aktion 55+ des AMs bieten Unterstützung.

AK-Arbeitsrechtsexpertin Gabi Tremmel-Yakali

Wer fördert, profitiert
Weil es nach einem Jobverlust für Menschen mit 55+ deutlich schwieriger ist, erneut eine Beschäftigung zu finden und das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit steigt, steuert das AMS im Auftrag des Sozialministeriums nun mit der Aktion 55+ dagegen. Die finanziellen Mittel fließen in zusätzliche Arbeitsplätze bei Beschäftigungsprojekten und in Eingliederungsbeihilfen, mit denen Betriebe gefördert werden, die ältere Arbeitnehmer einstellen.

„Zu einer nachhaltigen Arbeitsmarktpolitik gehört aber auch, dass Arbeitnehmer gesund bis zur Pension arbeiten können“, sagt AK-Arbeitsrechtsexpertin Gabi Tremmel-Yakali und fordert einmal mehr ein Bonus-Malus-System: „Betriebe, die ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, sollen unterstützt werden. Jene, die sich wiederum dieser Verantwortung entziehen und keine älteren Mitarbeiter beschäftigen, sollen einen Ausgleichsbetrag leisten.“

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