Zweiklassenmedizin

13-mal länger auf Arzt warten – außer man zahlt

Innenpolitik
21.01.2026 12:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jedes Jahr werde mehr Geld in das Gesundheitssystem gesteckt, gleichzeitig verschlechtere sich aber die Versorgung, beklagt die SPÖ. Die Zweiklassenmedizin bleibe bestehen. Das untermauert auch eine aktuelle Studie des Vergleichsportals krankenversichern.at: „Wer nicht zahlen will, muss lange warten, bis zu 13-mal länger auf einen Facharzttermin“, zeigt sich SPÖ-Gesundheitssprecher Rudolf Silvan entsetzt.

„Das österreichische Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren deutlich schlechter geworden. Das ist nicht die Schuld der Leute, die im System arbeiten, sondern jener, die es gestalten. Es ist das Versagen der letzten Regierungen in den letzten Jahren – von Blau, Schwarz und Grün“, übt Silvan schwere Kritik unter anderem am Koalitionspartner ÖVP und stellt auch ein Ultimatum in den Raum: „Wenn die Wartezeiten hoch bleiben, werden wir weitere Schritte gehen – bis hin zur Verpflichtung von Privatärzten, einen gewissen Teil an Kassenpatienten anzunehmen.“

(Bild: Sebastian Arthofer)

Innere Medizin, Psychiatrie und Augenheilkunde als Spitzenreiter
Einer Analyse von krankenversichern.at zufolge (basierend auf 1591 Mystery-Terminanfragen im Zeitraum 25. November 2025 bis 16. Jänner 2026) ist die Kluft zwischen Wahl- und Kassenärzten bei Wartezeiten enorm. Besonders drastisch ist der Unterschied bei den am stärksten nachgefragten Disziplinen: Während Kassenpatienten oft wochenlang warten, liegt die Verfügbarkeit privat etwa in der Orthopädie bei zwei Tagen, in der Radiologie bei drei Tagen und in der Augenheilkunde bei nur vier Tagen (siehe Grafik unten).

Wer nicht zahlen will, muss lange auf einen Arzttermin warten.
Wer nicht zahlen will, muss lange auf einen Arzttermin warten.(Bild: www.choroba.de – stock.adobe.com)

Selbst in stark frequentierten Fachbereichen wie der Gynäkologie oder Urologie, die im Kassenbereich Wartezeiten von knapp sieben Wochen aufweisen (46 bzw. 48 Tage), liegt der Median im Wahlarztbereich stabil unter der Zwei-Wochen-Marke (13 Tage).

SPÖ-Politiker Silvan fordert angesichts dieser Zahlen: „Es muss wieder die E-Card und nicht die Kreditkarte zählen.“ Wahlärzte sollen gemäß den SPÖ-Plänen zunächst auf freiwilliger Basis ins Kassensystem geholt werden. Sollte das nicht den gewünschten Erfolg bringen, denken die Roten auch an eine Verpflichtung zur Übernahme einer gewissen Anzahl an Kassenpatienten.

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