In Ost-Jerusalem

Israel zerstört Zentrale von UNO-Hilfswerk

Außenpolitik
20.01.2026 09:55

Die israelische Führung setzt ihr hartes Vorgehen gegen die UNRWA fort. Dienstagfrüh rückten Bagger an, um die Zentrale des UNO-Hilfswerks für Palästinenser in Ost-Jerusalem einzureißen. Seit Langem gibt es Vorwürfe, dass es zwischen UNRWA und der Hamas enge Verstrickungen gibt.

So beschuldigt Israel Mitarbeiter der UN-Organisation, Mitglieder der Terrororganisation und am Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen zu sein. Zudem seien unter UNRWA-Gebäuden in Gaza Tunnel gefunden worden, in denen Waffen gelagert waren.

Seit 2024 Arbeitsverbot
Das israelische Parlament hatte in der Folge 2024 per Gesetz ein Arbeitsverbot für UNRWA auf israelischem Staatsgebiet verhängt und israelischen Beamten verboten, mit der Organisation zu kooperieren. Im Dezember 2025 stimmte die Knesset dann dafür, die Strom- und Wasserzufuhr zur Zentrale in Ost-Jerusalem zu kappen. Nun wurde das Gebäude endgültig abgerissen.

Über dem zerstörten Gebäude hissten die Behörden am Dienstag die israelische Flagge.
Über dem zerstörten Gebäude hissten die Behörden am Dienstag die israelische Flagge.(Bild: AFP/ILIA YEFIMOVICH)

Nach Angaben des israelischen Außenministeriums folgt die Zerstörung den bereits existierenden Gesetzen. An dem Einsatz waren laut Medienberichten Mitarbeiter von Israels Bodenbehörde, der Israel Land Authority, beteiligt. Die Behörden hissten am Dienstag über dem zerstörten Gebäude die israelische Flagge.

Kein Personal mehr auf dem Gelände
Die Mitarbeiter der UNRWA waren bereits vor einem Jahr von israelischen Behörden angewiesen worden, das Gelände zu verlassen. Auf dem Gelände befand sich daher am Dienstag kein Personal mehr. Bereits im Dezember waren Polizeikräfte mit Lkw und Gabelstaplern auf das Gelände vorgedrungen. Auch damals hissten sie laut Augenzeugenberichten eine israelische Flagge über einem Gebäude. Das UNRWA hatte damals mitgeteilt, das unbefugte und gewaltsame Eindringen der israelischen Sicherheitskräfte stelle eine „inakzeptable Verletzung“ der Rechte und Immunität der UN-Organisation dar.

Die Vereinten Nationen hatten das Hilfswerk im Jahr 1949 gegründet, um rund 700.000 palästinensischen Flüchtlingen zu helfen. Anspruch auf dessen Dienste haben Palästinenser, die während der Nahost-Kriege 1948 und 1967 flüchteten oder vertrieben wurden, sowie ihre Nachkommen. Mittlerweile sind das nach Angaben der Organisation rund 5,9 Millionen Menschen – und die Zahl steigt stetig weiter. Das Hilfswerk ist unter anderem auch in Jordanien und im Libanon tätig.

Netanyahu fordert Abschaffung der Organisation
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte mehrfach gefordert, das Hilfswerk ganz abzuschaffen. Zur Begründung sagte er, die Organisation verewige das Problem der palästinensischen Flüchtlinge und „die Idee von einem Recht auf Rückkehr mit dem Ziel der Zerstörung des Staates Israel“.

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