Entgegen US-Behauptung
Studie: Paracetamol ungefährlich für Ungeborene
Eine italienische Studie hat die Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Fiebersenker Paracetamol widerlegt. Dieser und sein Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr. hatten behauptet, dass die Einnahme durch Schwangere zu späterem Autismus ihrer Kinder führen könne.
Damit hatten sie Frauen weltweit beunruhigt. „Die Einnahme von Tylenol (bekanntes Schmerz- und Fiebermittel in den USA mit dem Wirkstoff Paracetamol, Anm.) ist nicht gut. Ich sage es ganz offen. Nicht gut“, hatte US-Präsident Donald Trump beispielsweise gesagt. Damals wies die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen angeblichen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Schmerzmittels und Autismus bei Kindern sofort zurück. „Es ist höchst beunruhigend, dass unsere Bundesgesundheitsbehörden bereit sind, eine Ankündigung zu machen, welche die Gesundheit und das Wohlbefinden von Millionen von Menschen beeinträchtigt, ohne dass dafür verlässliche Daten vorliegen“, teilte auch das American College of Obstetricians and Gynaecologists (ACOG) mit.
Nun wurde die bisher umfangreichste Analyse der wissenschaftlichen Literatur zu Paracetamol in der Schwangerschaft in Italien durchgeführt. „Frühere Metaanalysen haben auf eine geringe statistische Verbindung zwischen Paracetamol in der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für Autismus und der Aufmerksamkeitsstörung ADHS hingewiesen. Sie basierten aber oft auf einseitigen Studien“, schrieb das Forschungsteam rund um Francesco D‘Antonio vom Zentrum für Hochrisiko-Schwangerschaften der Universität von Chieti.
Daten von 90.000 Schwangerschaften
Das Team verwendete selbst 43 wissenschaftliche Studien und 17 Untersuchungen. Darin waren unter anderem die Daten von knapp 90.000 Schwangerschaften enthalten, während der die werdenden Mütter Paracetamol eingenommen hatten. Dem wurden (173.000) Schwangerschaften ohne Exposition gegenüber dem Wirkstoff gegenübergestellt. „Wenn man die wissenschaftlichen Untersuchungen mit dem Vergleich von Geschwistern ansieht, gab es keinen Zusammenhang zwischen Paracetamol-Einnahme der Schwangeren und dem Risiko für Autismus, ADHS oder intellektuellen Behinderungen“, sagten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Der fiebersenkende und schmerzstillende Wirkstoff wird seit Jahrzehnten verwendet. Wenn die Anwendung klinisch indiziert sei, bliebe das Mittel für die Behandlung während der Schwangerschaft wichtig, hieß es. „Das gilt besonders für Situationen, in denen eine nicht behandelte Infektionskrankheit der Schwangeren selbst zu einem gut belegten Risiko für das Überleben des Ungeborenen und dessen neurologische Entwicklung führt“, kommentierte ein Team der London School of Hygiene and Tropical Medicine.









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