Furcht vor „Ausbluten“

Reutte wehrt sich gegen Spitalspläne des Landes

Tirol
17.01.2026 09:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Die Vorhaben der Landesregierung im Bereich der Krankenhäuser ruft den Stadtchef von Reutte auf den Plan. Für das Außerfern sei nur eine Kooperation mit Deutschland sinnvoll.

Die Krankenhausverbände Lienz und Schwaz forderten kürzlich vom Land Tirol jeweils zusätzlich drei Millionen Euro zur Finanzierung der Betriebsabgänge. Andernfalls solle das Land die Krankenhäuser übernehmen. Dieser Hilfeschrei macht deutlich, dass sich die Gemeinden immer schwerer tun, die Abgänge zu stemmen.

Allein die sechs Bezirkskrankenhäuser rechnen 2026 mit einem Gesamtabgang von 59 Mio. Euro. Für das Bezirkskrankenhaus Reutte wird ein Bilanzergebnis von minus 7,2 Mio. Euro erwartet. Das Land Tirol diskutiert eine Strukturreform, Landesrätin Cornelia Hagele bringt gar eine Gesamttiroler Spitalsholding ins Spiel.

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Eine rein landesweite Koordination bedeutet für Außerferner Patienten zusätzliche, mühselige Fahrten über den Fernpass, Maut inklusive.

Günter Salchner, Bürgermeister von Reutte

Furcht, dass periphere Standorte ausbluten
„Eine rein landesweite Koordination bedeutet für Außerferner Patienten zusätzliche, mühselige Fahrten über den Fernpass, Maut inklusive“, warnt der Reuttener BM Günter Salchner. Zudem sei zu befürchten, dass etwa bei einer landesweiten Spitalsholding die peripheren Standorte zugunsten des Zentralraums ausbluten würden.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit forcieren
Für Salchner macht eine intensivere Zusammenarbeit mit den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren wesentlich mehr Sinn. „Es gibt bereits eine intensive, super funktionierende Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Füssen und der BKH Reutte in Form eines grenzüberschreitenden Herzzentrums“, so der Stadtchef mit dem Hinweis, dass Füssen lediglich 20 Minuten entfernt sei. Im Rahmen eines EU-Projekts werde gerade eine über die Grenzen reichende Sekundärpräventionsstrategie nach Herzinfarkt aufgebaut.

Auch im Landkreis Lindau und im angrenzenden Vorarlberg forciere man die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der dortigen Krankenhäuser. Für das exponiert gelegene Außerfern sei dies das einzig Sinnvolle. Salchner lädt seine Bürgermeisterkollegen ein, sich ebenfalls für eine „grenzenlose“ Gesundheitslösung stark zu machen. 

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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