Kritik an Vergabe

Krankentransporte: Wie „Jonnis“ Bestbieter wurden

Niederösterreich
16.01.2026 18:50

Als einziger Anbieter blieb die Johanniter Unfallhilfe bei der EU-weiten Ausschreibung für Krankentransporte in Niederösterreich übrig. Denn für das Rote Kreuz wurde für die zweite Phase des zweistufigen Verfahrens nicht ausreichend Information bereitgestellt, wie es von dort heißt. Die Kriterien für den Auftrag sind „geheim“.

Seit Jahreswechsel gibt es heftige Kritik an langen Wartezeiten bei Krankentransporten im Waldviertel – die „Krone“ berichtete. Hintergrund ist die nun in Kraft getretene Neuvergabe der „Sekundärtransporte“ der Landesgesundheitsagentur (LGA) an die Johanniter (Spitzname „Jonnis“), deren nächstgelegener Stützpunkt in Spillern bei Stockerau liegt. Bis auf die Thermenregion – dort ist weiterhin der Sozialmedizinische Dienst tätig – sind im ganzen Land jetzt die „Jonnis“ am Zug, die am Donnerstag zusätzliche Fahrzeuge in den Dienst gestellt haben.

Am Ende einziger Anbieter
Wie konnten aber bei der Vergabe die Johanniter Bestbieter im Waldviertel ohne Stützpunkt vor Ort werden? „Weil sie am Ende die Einzigen waren, die sich bei der EU-weiten Ausschreibung beworben haben“, erklärt man bei der LGA. Bisher maßgeblichster Partner war das Rote Kreuz, das nur in der ersten Phase des zweistufigen Angebotsverfahrens dabei war. Nach eigener Aussage hätte die Rettungsorganisation zu wenig exakte Informationen vom Spitalsbetreiber erhalten.

Welche LGA-Kriterien gab es aber bei der Ausschreibung? Ein (vernünftiger) zentraler Standort im Waldviertel oder eine maximale Wartezeit der Patienten auf den Krankentransport dürften offenbar nicht gefordert gewesen sein. Als Zünglein an der Waage bleiben nur noch Kosten übrig, wird gemunkelt. Die Johanniter verweisen bei Fragen nach den Anforderungen auf die LGA. Und auch die bleibt zugeknöpft.

Zitat Icon

Nach gescheiterten Versuchen, exakte Rahmenbedingungen und Kosten abzuklären, mussten wir unser Angebot zurückziehen.

Sonja Kellner, Rotes Kreuz NÖ

Vorwürfe wegen Johanniter-Nähe
Vorwürfe, dass Bernhard Kadlec, seit März 2025 LGA-Vorstand und davor kaufmännischer Direktor der Uniklinik St. Pölten, die Finger bei der Vergabe im Spiel gehabt habe, weist die LGA scharf zurück: Die Anschuldigungen, die aus St. Pölten, dem Waldviertel und Medizinerkreisen kommen, würden „jeder Grundlage entbehren“. Zur Zeit der Ausschreibung sei Kadlec noch nicht Vorstand gewesen. Bei Amtsantritt habe er alle Funktionen bei den Johannitern – er war in der Führungsriege – zurückgelegt. Das steht im Internet aber auch anders ...

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