Die Initiative „No Disneyland“ als Gegenbewegung zur geplanten Expansion des Familyparks im Burgenland hat ein großes Echo in der Bevölkerung ausgelöst. Jetzt sucht die französische Betreiber-Firma den Dialog.
Die Expansionspläne des französischen Unternehmens Compagnie des Alpes im Familypark sorgen für Diskussionen, seit die Rusterinnen Sabine Riedler und Claudia Triebaumer von der Initiative „No Disneyland“ auf der Plattform www.openpetition.eu die Online-Petition „Rettet das Ruster Hügelland“ (https://www.openpetition.eu/at/petition/online/rettet-das-ruster-huegelland) gestartet haben und gegen die Erweiterung des Freizeitparks mobil machen. Binnen weniger Stunden wurde das Quorum erreicht, mehr als 1700 Unterschriften wurden bereits gesammelt.
Auch Top-Gastronom Eselböck an Bord
Unter den Unterstützern ist auch der Ruster Top-Gastronom Walter Eselböck: „Naturschutz geht vor Freizeitpark und Verstauung der Region!“, sagt er und bringt damit ein Kernproblem – neben Umwelt- und Naturraumschutz – auf den Punkt: die hohe Verkehrs-, Lärm- und Abgasbelastung, die nicht nur St. Margarethen, sondern auch die umliegenden Gemeinden betrifft.
So reagiert der Betreiber
Im Familypark nimmt man die Anliegen und Unsicherheiten der Bevölkerung aber ernst und spricht sich für einen sachlichen, faktenbasierten Dialog aus: „Wir binden St. Margarethen und Rust in Planungen ein und informieren die gewählten Organe regelmäßig, damit die Bevölkerung auf Basis korrekter Informationen diskutieren kann“, heißt es vonseiten der Geschäftsführung.
Eine Verdoppelung der Familypark-Fläche werde es, wie in der Petition kolportiert, nicht geben, nur „eine Erweiterung um maximal fünf Hektar“. Diese betreffe den 2,4 Hektar großen „Pfarrumriss Rust“, wovon 1,7 Hektar für den Freizeitpark genutzt werden.
Eine zweite Erweiterungsmöglichkeit bestehe im St. Margarethener Hotter mit maximal 2,5 Hektar. Auch die Zuwächse bei den Besucherzahlen sollen nicht in der Hauptsaison erfolgen, sondern durch saisonverlängernde Maßnahmen.
Ball wird ans Land gespielt
Die Sorge der Kritiker, dass der Park durch sein Gastronomieangebot die Wertschöpfung intern hält und ein Abwandern der Gäste in die lokale Gastronomie verhindert, sei unbegründet: „Es gibt eine aktuelle Wertschöpfungsstudie, die diese Behauptung widerlegt. Wir sorgen jedes Jahr für 3,3 Millionen Euro zusätzliche Kaufkraft im Burgenland.“
Und wie wird punkto Verkehrsproblematik argumentiert? „Der Familypark trägt an einzelnen Tagen und Wochen zur Verkehrsbelastung bei, ist jedoch nicht der einzige Verkehrsverursacher in der Region. Es gibt auch die Seefest- und Opernfestspiele, die Badegäste und Tagesgäste.“ Um Staus zu vermeiden und Lösungsansätze zu erarbeiten, habe man gegenüber dem Gemeinderat die Bereitschaft bekräftigt, an einem regionalen Verkehrskonzept aktiv mitzuwirken: „Es braucht aber ein Gesamtkonzept entlang der B52 mit aktiver Mitwirkung aller Beteiligten – insbesondere dem Land Burgenland.“
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