Erstmals nach 9 Jahren

Eisbrecher räumt jetzt die Wiener Häfen frei

Wien
13.01.2026 14:35

Durch die Kälte ist die „MS Eisvogel“ in Wien nun erstmals nach neun Jahren wieder im Einsatz. Die „Krone“ war mit an Bord.

Die Kälte macht auch vor dem Hafen Wien nicht halt. Die frostigen Temperaturen der vergangenen Tage haben das Wasser dort zu einer dicken Eisschicht erstarren lassen. Eine anhaltende Kältewelle lässt nämlich erstmals seit dem Jahr 2017 die Gewässer in der Bundeshauptstadt wieder großflächig zufrieren.

Auch der Alberner Hafen ist großflächig zugefroren. Der Eisbrecher „MS Eisvogel“ bricht dort ...
Auch der Alberner Hafen ist großflächig zugefroren. Der Eisbrecher „MS Eisvogel“ bricht dort jetzt das Eis.(Bild: Imre Antal)

Bereits ab Temperaturen von minus sechs Grad frieren die Fahrrinnen der Hafenbecken innerhalb eines Tages zu, bei noch tieferen Temperaturen kann sich das Eis innerhalb weniger Stunden massiv verdichten. Am Dienstagvormittag sorgte der Eisbrecher, die „MS Eisvogel“,  jedoch dafür, dass der Hafen für die Schifffahrt offenbleibt. Denn rund ein Drittel der jährlich etwa 1000 abgefertigten Frachtschiffe läuft den Hafen in der Bundeshauptstadt auch in den Wintermonaten an. 

Die „MS Eisvogel“: Mit ihrem Gewicht, ihrer Motorleistung und spezieller Bauweise hält sie die ...
Die „MS Eisvogel“: Mit ihrem Gewicht, ihrer Motorleistung und spezieller Bauweise hält sie die Hafenbecken offen und schützt ankernde Schiffe vor Schäden durch Eispressung.(Bild: Imre Antal)

Stolze 80 Tonnen bringt der 32 Meter lange und sechseinhalb Meter breite Eisbrecher auf die Waage. Er bricht das Eis mit der Kraft des Buges und schiebt die Schollen zur Seite. Bis zu zwölf Millimeter dicker Stahl schützt den Rumpf vor den scharfen, harten Eiskanten. Die beiden Dieselmotoren mit insgesamt 520 PS schieben den Koloss im Schritttempo Meter um Meter voran. 

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Dann vibriert im Kampf gegen die Eismassen der ganze Schiffskörper, Heckwasser schäumt auf und laut knirschend bricht das Eis in Stücke.

Kapitän Michael Schopf

„Bis zu 60 Zentimeter dickes Eis können wir so brechen“, erklärt Kapitän Michael Schopf. Zuletzt war das 1985 der Fall, bei tagelanger Kälte mit bis zu minus 20 Grad. Derzeit ist das Eis „nur“ bis zu 15 Zentimeter dick. Etwa alle zwei Tage bricht das Schiff jetzt das Eis in den Häfen Freudenau, Albern und Lobau.

Die „Eisvogel“ ist auch im Sommer im Einsatz
Neben dem Eisbrechen ist die „MS Eisvogel“ übrigens auch ganzjährig als Berge- und Feuerlöschschiff im Einsatz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Hafenbereich.

Der Hafen Wien ist ein Unternehmen der Wien Holding und zählt mit seinen Standorten Freudenau, Albern und Lobau zu den bedeutendsten Logistikdrehscheiben an der Donau, wie es dazu vom Unternehmen heißt. Auf einer Fläche von rund drei Millionen Quadratmetern sind dort zahlreiche logistiknahe Unternehmen angesiedelt, insgesamt arbeiten rund 5000 Menschen im Hafen Wien und den dort tätigen Betrieben.

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