Abhängig von Exporten

Warum gerade OÖ von Mercosur profitieren sollte

Oberösterreich
12.01.2026 14:43

Der Wirtschaftsstandort OÖ ist im Vorjahr ins Schleudern geraten: 849 Firmenpleiten, höchster Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit, gesunkenes Bruttoregionalprodukt. 2026 soll die Wende gelingen – durch eine Konjunkturerholung, 800 Millionen Euro Investitionen in den Standort und nicht zuletzt das Mercosur-Abkommen.

Am Montag wurde über die Petro Logistik GmbH – sie gehört zur insolventen Stiglechner-Gruppe – ein Konkursverfahren beantragt. Damit fängt das neue Jahr so an, wie das alte geendet hat: Insgesamt 894 Firmenpleiten waren 2025 in Oberösterreich zu verzeichnen. Die Stiglechner-Insolvenz war mit 166 Millionen Euro Schulden die größte. 

Woher kommt der „Aufwind“?
Ebenfalls am Montag hielt Markus Achleitner (ÖVP) in Linz eine Pressekonferenz ab. Motto: „Aufwind für Oberösterreich“. Seine Zuversicht angesichts der schwierigen Lage ist nicht zuletzt seiner Funktion geschuldet: Achleitner ist als Wirtschaftslandesrat zuständig für die Standortpolitik. Woher soll aber der „Aufwind“ für das Land kommen?

In Deutschland geht‘s bergauf
Zunächst herrscht das Prinzip Hoffnung: Dass die deutsche Industrie im November ein Auftragsplus von 5,6 Prozent gegenüber Oktober verzeichnet hat und es dort damit drei Monate hintereinander ein solches Plus gab, sollte auch Oberösterreich beflügeln, denn Deutschland ist unser mit Abstand wichtigster Handelspartner.

Zitat Icon

Gerade Oberösterreich kann als starkes Industrie- und Exportland besonders von der künftigen Freihandelszone profitieren.

Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP)

Mercosur „historischer Moment“
Auch das am Freitag abgesegnete Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und südamerikanischen Staaten (gegen das Österreich Widerstand leistete) lässt Achleitners Augen glänzen. Er bezeichnet die Einigung als „historischen Moment“. Freihandelsabkommen seien „die beste und sinnvollste Antwort“ auf die US-Zollpolitik. „Zugleich kann gerade Oberösterreich als starkes Industrie- und Exportland besonders von der künftigen Freihandelszone profitieren“, meint Achleitner.

Neuer Hoffnungsmarkt Indien
Tatsächlich war Oberösterreich im vergangenen Jahr mit Exporten in Höhe von 23,9 Milliarden Euro im Bundesländervergleich wieder die Nummer eins. Achleitner möchte den Mercosur-Rückenwind für weitere Freihandelsabkommen nutzen – etwa mit Indien, das mit 1,45 Milliarden Menschen ein „besonders vielversprechender Handelspartner“ sei – gerade für Oberösterreich: Die stärkste Zunahme (+36,8 %) bei den heimischen Exporten im ersten Halbjahr 2025 gab es nach Indien.

Schlussendlich soll es auch Maßnahmen im eigenen Land geben. Das Budget von Achleitners Standortressort ist heuer mit 451,3 Millionen Euro dotiert – um gut neun Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Ein Fokus liegt auf dem 100 Millionen Euro schweren Innovationsprogramm „Impuls 26“, das zu einem Gutteil in die Standortpolitik fließen soll.  

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