Im Salzkammergut

Salz, Macht, Frauen: Der Weg des „weißen Goldes“

Oberösterreich
04.03.2026 13:00

Salz galt in der Geschichte der Menschheit als kostbares „weißes Gold“. Erstmals beleuchtet eine Ausstellung im Kammerhof Museum Gmunden den Weg des Salzes von Hallstatt und Gmunden nach Böhmen – ein faszinierender Blick auf ein Thema, das tief in Oberösterreich verwurzelt ist.

„Alles begann, als Böhmen 1526 zur Habsburgermonarchie kam, was den Handel mit Salz steigerte“, sagt Johannes Weidinger, Leiter des Kammerhof Museums (K-Hof). Die neue Ausstellung „Weißes Gold – 500 Jahre Salzhandel mit Böhmen“, die er kuratiert hat, lässt den Salzweg verfolgen.

Über die Jahrhunderte wurde das Salz aus Aussee, Bad Ischl und Hallstatt nach Ebensee gebracht; die Soleleitung bestand aus 13.000 Baumstämmen.

Auch Frauen arbeiteten mit Salz
Von dort wurden die Salzkegel mit Plätten über den Traunsee, und mit Schiffen („Trauner“) über die Traun und die Donau weitertransportiert. „Vier Wochen im Jahr war der Traunsee zugefroren. Dann transportierten vor allem Frauen und Kinder die Salzstöcke mit dem Schlitten über den See – das ’Förderband’ durfte nie abreißen“, erzählt Weidinger. Dass Frauen am „Salz-Weg“ eine wichtige Rolle spielten, ist bis heute kaum aufgearbeitet: „Wir stellen darum eine Salzträgerin vor, in der passenden Tracht.“

In der Ausstellung zeigen großformatige Bilder (Dioramen), was sich beim Salzhandel abgespielt ...
In der Ausstellung zeigen großformatige Bilder (Dioramen), was sich beim Salzhandel abgespielt hat. Erstmals sieht man auch eine Salzträgerin, die im Winter Salz mit dem Schlitten transportierte.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

Die Eisenbahn veränderte vieles
Ab 1836 wurde alles anders, denn das Salz wurde im großen Stil mit der Pferdeeisenbahn transportiert, und 40 Jahre später folgte die Dampfeisenbahn auf der Linie Gmunden-Linz-Budweis. Damit begann auch der Tourismus im Salzkammergut: „In den 1870er-Jahren zählte man 188.000 Touristen in Gmunden pro Jahr.“

Nicht nur für Geschichtsfans und Regionalbegeisterte
Die Ausstellung ist sehr schön gestaltet: Man taucht mit Dioramen, Bildern, Modellen und Originalstücken in die Welt der Salzfertiger und -händler ein. Man erlebt, wie die Salzkegel per Wasserweg oder mit der Pferdeeisenbahn transportiert wurden. An einem Fotopoint kann man selbst einen Salzkegel schultern.

Ein Film, der die heutigen Aktivitäten am ehemaligen Salzweg dokumentiert, sowie ein interaktives Salz-Piraten-Spiel für Kinder machen Geschichte lebendig. Man merkt, dass das Salz in Oberösterreich nicht nur Ware, sondern Herzstück unserer Kultur gewesen ist. Eine sehenswerte Reise in die Vergangenheit, entstanden in Kooperation mit dem Verein „Weg des Salzes“.

Die Ausstellung im K-Hof Gmunden ist von Mittwoch, 4. März bis 12. April zu sehen.

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