Afghanistan, Türkei, Syrien – aus diesen drei Staaten kamen 2025 die meisten Migranten ins Burgenland. Trotz ruhiger Lage an der Grenze wird vor weiteren Fluchtbewegungen gewarnt.
Das Burgenland ist die Insel Lampedusa Mitteleuropas!“ Aufsehenerregende Zitate wie dieses von einem Polizei-Insider zum Jahreswechsel Ende 2023 sind verstummt. Mehr als 29.800 Aufgriffe hatten damals die Behörden in den 12 Monaten zuvor registriert. Zu Spitzenzeiten waren 300 Flüchtlinge pro Tag aus Ungarn über die Grenze nach Österreich gewandert.
Fast 15 Prozent aller Strafgefangenen hatten Schlepper ausgemacht – das System galt als massiv überlastet. Nur ein Jahr später hatte sich die Zahl der Aufgriffe in der Bilanz drastisch reduziert. Exakt 5037 Flüchtlinge sind 2024 gemeldet worden, dazu 38 Festnahmen von Schleppern.
Im Winter oft tagelang kein einziger Aufgriff mehr
In der jüngsten Statistik ist ein weiterer deutlicher Rückgang bemerkbar: 2025 sind 2799 Flüchtlinge hierzulande gestrandet, sechs Schlepper wurden festgenommen. Seit Mitte Oktober gelangten pro Woche nur noch zwischen elf bis maximal 34 Einwanderer auf Schleichwegen über die Grenze. „Derzeit ist oft tagelang kein einziger Aufgriff festzustellen“, heißt es aus der Landespolizeidirektion.
Illegale Migration bleibt aber ein „heißes“ Thema – Stichwort Asyl (siehe auch Politik). Die meisten Grenzgänger im Burgenland 2025 stammten aus Afghanistan, gefolgt von Türken und Syrern.
„Trotz Rückgang bei den Aufgriffen wäre es naiv zu glauben, dass das eine dauerhafte Entwicklung ist. Wir leben in geopolitisch unsicheren Zeiten vieler Krisen und Konflikte, die jederzeit neue, große Fluchtbewegungen auslösen können“, gibt SPÖ-Klubobmann Roland Fürst zu bedenken. Erste Anzeichen gibt es für ihn schon. Als aktuelles Beispiel nennt Fürst die hohe Zahl aufgegriffener Geflüchteter südlich von Kreta: Die griechische Insel gab für 2025 mehr als 18.000 Flüchtlingsankünfte bekannt, 5000 waren es im Jahr davor.
Land fordert Obergrenze bei Asylanträgen ein
Kritik übt Fürst, an den vom Innenministerium vermeldeten mehr als 15.300 Asylanträgen im vergangenen Jahr (noch ohne Dezember): „Die vom Burgenland geforderte Obergrenze von 10.000 ist bereits um mehr als 50 Prozent überschritten. Jubelmeldungen sind völlig fehl am Platz.“ Anmerkung für Statistiker: Von den 450.000 Migranten, die seit 2015 um Asyl angesucht haben, kamen mehr als 80 Prozent über die Grenze im Burgenland nach Österreich.
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