Das Video der stundenlangen Anhörung des Ehepaars Clinton zum Epstein-Skandal ist nun veröffentlicht worden. Ex-Präsident Bill Clinton sprach über sein berüchtigtes Whirlpool-Foto und verteidigte sogar US-Präsident Donald Trump. Bill Clintons Ehefrau Hillary stürmte vor Wut fast aus dem Raum.
Bei der Befragung kam das Thema auch auf das berüchtigte Whirlpool-Foto, das in den Epstein-Akten zu finden ist. „Ich glaube nicht, dass ich jemals wusste, dass das Foto aufgenommen wurde“, beteuerte Bill Clinton. Er sei sich allerdings „fast sicher“, dass das Bild während einer Auslandsreise in einem Hotel in Brunei geschossen wurde, wie der Sender BBC berichtet.
Der Sultan von Brunei habe ihm das Hotel vorgeschlagen. Er habe zu Clinton gesagt: „Ich möchte, dass Sie in diesem Hotel übernachten, und ich hoffe, Sie werden den Pool nutzen“, erinnerte sich der Ex-Präsident bei der Befragung. Auf dem berüchtigten Foto sitzt neben Clinton eine Person im Wasser, die komplett geschwärzt wurde. „Ich weiß nicht, wer das ist“, erklärte der Ex-Präsident. Er sei nur „fünf Minuten oder so“ im Whirlpool gesessen und sei danach ins Bett gegangen. Mit der Person sei es zu keinen sexuellen Handlungen gekommen, versicherte Clinton.
Clintons wussten von nichts
Das Ehepaar Clinton beteuerte, nichts von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben. Sie habe „keine Ahnung“ gehabt, betonte Hillary Clinton. Ihr Ehemann sagte, dass er Epstein nur „flüchtig gekannt“ habe und dass ihre Beziehung „Jahre vor Bekanntwerden seiner Verbrechen beendet“ gewesen sei.
Clinton hatte immer wieder erklärt, dass seine Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter ausschließlich über gemeinnützige Projekte bestanden habe. Bekannt ist, dass der Investmentbanker während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weißen Haus war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Flugzeug reiste.
Der New Yorker Finanzberater Jeffrey Epstein hat jahrelang einen Missbrauchsring betrieben. Er missbrauchte zahlreiche Minderjährige und junge Frauen und bot diese auch in seinem Freundeskreis an. 2019 starb er in seiner Gefängniszelle, bevor es zu einem zweiten Prozess gegen ihn kommen konnte.
In den dazu veröffentlichten Epstein-Akten tauchen zahlreiche bekannte Gesichter auf, darunter Donald Trump, Bill Clinton und Bill Gates. Nennungen in den Akten allein gelten nicht als Beleg für Fehlverhalten.
Clinton: Trump und Epstein „hatten Streit“
Auf einem Golfplatz während einer Spendenaktion soll Clinton mit US-Präsident Donald Trump über Epstein geredet haben. Trump „hat mir nie etwas gesagt, was mich glauben ließ, dass er in irgendetwas Unrechtmäßiges verwickelt war“, ließ Clinton das Gespräch um 2002 oder 2003 noch einmal Revue passieren. Trump habe dem Gespräch auch keine „sexuelle Note“ gegeben. Trump habe über Epstein nur gesagt, „Wir waren Freunde und dann hatten wir einen Streit wegen eines Grundstückgeschäfts“. „Das ist alles“, erklärte Clinton.
Trump selbst redete teils sehr enthusiastisch über seine frühere Beziehung zu Epstein. 2002 hatte er Epstein in einem Interview noch als „tollen Kerl“ bezeichnet und gesagt, dieser möge schöne Frauen „auch auf der jüngeren Seite“. Später distanzierte er sich und erklärte, er habe sich mit Epstein überworfen und sei „kein Fan“ gewesen. In jüngerer Zeit begründete Trump das Ende der Beziehung zudem damit, Epstein habe Mitarbeiterinnen aus dem Spa seines Clubs in Mar-a-Lago abgeworben.
Wutausbruch von Hillary Clinton
Aus den veröffetlichten Anhörungen geht auch hervor, dass Hillary Clinton fast vor Wut aus ihrer Anhörung gestürmt ist. „Ich bin fertig damit. Wenn ihr das macht, bin ich fertig“, sagte sie. Die ehemalige Außenministerin war so aufgebracht, weil ein Foto von ihr aus dem Vernehmungsraum an die Öffentlichkeit gelangt war – dabei war es eine geschlossene Anhörung.
Die republikanische Kongressabgeordnete Lauren Boebert gab zu, ein Foto aus dem Raum geteilt zu haben. Allerdings sei das noch vor der Anhörung gewesen. „Das spielt keine Rolle. Wir alle halten uns an die gleichen Regeln“, wütete Clinton und schlug mit der Faust auf den Tisch.
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