„Oreschnik“-Angriff

Selenskyj verlangt „klare internationale Reaktion“

Außenpolitik
09.01.2026 14:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert nach dem Angriff mit der gefürchteten „Oreschnik“-Mittelstreckenrakete auf kritische Infrastruktur nahe der EU-Grenze eine „klare internationale Reaktion“. Vor allem „Signale aus den USA“ wären notwendig, denen Russland „wirkliche Beachtung“ schenke.

Die Russen müssten „daran erinnert werden, dass es ihre Pflicht ist, sich auf die Diplomatie zu konzentrieren“. Das Land müsse „jedes Mal Konsequenzen spüren, wenn es sich erneut auf Tötungen und die Zerstörung von Infrastruktur konzentriert“, betonte Selenskyj am Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X (siehe unten).

Die Angriffe – neben der „Oreschnik“ kamen in der Nacht auf Freitag auch andere ballistische Raketen und Drohnen zum Einsatz – beweisen laut Selenskyj auch, wie wichtig eine schlagkräftige Luftabwehr sei. „Kein einziger Tag darf bei der Lieferung, der Herstellung oder bei Abkommen verschwendet werden“, so der ukrainische Staatschef.

Trump stellt neue Russland-Sanktionen in Aussicht
Eine mögliche US-Reaktion könnte tatsächlich schon in Vorbereitung sein. Denn in einem Interview des US-Senders Foxnews signalisierte US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft für ein neues Sanktionspaket gegen Moskau. Trump fügte aber hinzu: „Ich hoffe, dass wir es nicht verwenden müssen.“ Man habe bereits „große Sanktionen gegen Russland“ verhängt, die russische Wirtschaft sei „sehr schlecht“.

In den vergangenen Monaten hatte der Republikaner wegen des seit fast vier Jahren andauernden Krieges in der Ukraine mehrere Maßnahmen gegen die russische Wirtschaft verhängt, darunter Strafmaßnahmen gegen die beiden größten russischen Öl-Firmen sowie Strafzölle gegen Indien wegen dessen Handelsbeziehungen mit Russland.

Moskau: „Vergeltungsaktion für Terroranschlag“
Wenige Stunden zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium zu den heftigen Einschlägen in der westukrainischen Region Lwiw erklärt: „Die russischen Streitkräfte haben einen massiven Schlag mit boden- und seebasierten Hochpräzisionswaffen großer Reichweite gegen kritische Objekte auf dem Gebiet der Ukraine geführt, darunter auch mit dem Mittelstreckenkomplex ,Oreschnik‘ und Drohnen.“ Es habe sich um eine Vergeltungsaktion für die angebliche ukrainische Attacke auf die Residenz von Kremlchef Wladimir Putin im nordrussischen Waldai kurz vor dem Jahreswechsel.

Eine mobile „Oreschnik“-Abschusseinheit in Weißrussland
Eine mobile „Oreschnik“-Abschusseinheit in Weißrussland(Bild: EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS SERVICE HANDOUT)

Unbestätigten Berichten in sozialen Medien zufolge wurde in Lwiw ein großer unterirdischer Gasspeicher getroffen. Der Kreml hatte nach dem angeblichen Angriff auf die Residenz von Präsident Wladimir Putin in Waldai von einem versuchten Terroranschlag gesprochen. Auch US-Präsident Donald Trump hatte – von Putin per Telefon informiert – einen solchen Schlag kritisiert. Die Ukraine ihrerseits dementierte, dass sie überhaupt einen Angriff auf die Residenz lanciert hat. Experten bezweifeln die Glaubwürdigkeit der von Russland vorgelegten Informationen vom Freitag.

Österreichische Regierung: „Russland hat kein Interesse an Frieden“
Die deutsche Regierung verurteilte den Einsatz der „Oreschnik“. „Russland eskaliert hier unprovoziert weiter“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Aus dem österreichischen Außenministerium verlautete, dass Russland in der Nacht erneut gezeigt hätte, „dass es kein Interesse an Frieden hat“.

Es seien in Kiew und Lwiw wieder Zivilistinnen und Zivilisten getötet und verletzt worden und die Energie- und Wärmeinfrastruktur das Ziel von Angriffen gewesen. „Bei all dem, was aktuell weltweit geschieht, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass die #Ukraine weiterhin unsere Sicherheit in Europa verteidigt“, schrieb das Außenamt am Freitag in Onlinediensten wie X.

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