„Heilige Mission“

Putin vergleicht seine Soldaten mit Jesus

Außenpolitik
07.01.2026 12:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Einen unfassbaren Vergleich hat Russlands Präsident Wladimir Putin im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gezogen. Der Kremlchef sieht seine Soldaten als eine Art Erlöser, die sich auf einer „heiligen Mission im Auftrag Gottes“ befinden.

Zu diesen umstrittenen Aussagen ließ sich der russische Staatschef in der Nacht auf Mittwoch im Rahmen einer orthodoxen Weihnachtsfeier in einer kleinen Kirche in der Region Moskau hinreißen. In einem vom Kreml veröffentlichten Video erinnerte Putin daran, dass Jesus oft als Erlöser bezeichnet werde. Denn dieser sei auf die Erde gekommen, um alle Menschen zu retten.

Laut Wladimir Putin erfüllen seine Soldaten folgende Aufgaben in der Ukraine: die Verteidigung ...
Laut Wladimir Putin erfüllen seine Soldaten folgende Aufgaben in der Ukraine: die Verteidigung des Vaterlands, die Rettung der Heimat und ihrer Menschen.(Bild: AFP/TATYANA MAKEYEVA)

„Auch die Soldaten Russlands erfüllen immer – sozusagen im Auftrag des Herrn – diese Mission: die Verteidigung des Vaterlands, die Rettung der Heimat und ihrer Menschen“, so Putin. In Russland habe man die eigenen Krieger zu allen Zeiten auf einer „heiligen Mission“ gesehen, fügte er hinzu. Den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erwähnte er dabei nicht.

Kremlchef Wladimir Putin zelebrierte das orthodoxe Weihnachtsfest gemeinsam mit Angehörigen der ...
Kremlchef Wladimir Putin zelebrierte das orthodoxe Weihnachtsfest gemeinsam mit Angehörigen der Armee.(Bild: EPA/VYACHESLAV PROKOFYEV/SPUTNIK/KREMLIN POOL)

Weihnachten feiern russisch-orthodoxe Christen in der Nacht vom 6. auf den 7. Jänner. Putin gratuliert dabei regelmäßig den Gläubigen zu dem hohen Kirchenfest.

Theologin wirft Putin Gotteslästerung vor
Die orthodoxe Theologin Natallia Vasilevich protestierte gegen Putins Berufung auf die Mission Jesu Christi im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Sie bezichtigte den Staatschef im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur am Mittwoch in Bonn der Gotteslästerung. „Die Größe Russlands und der Krieg in der Ukraine sind jetzt Putins wahre Religion“, so Vasilevich. Die russischen Soldaten hätten die Ukraine angegriffen und besetzt und wollten das Land und seine Identität zerstören.

Putin nutze religiöse Narrative symbolisch, um seine Vision zu untermauern, obwohl sich beide Geschichten widersprechen. Seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 sind nach Angaben von „Christen gegen Krieg“ bereits Dutzende Geistliche getötet worden.

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