Paralympics-Analyse

„Der Weg zum Boykott war typisch österreichisch“

Wintersport
06.03.2026 19:50

Österreich boykottiert Freitag die Eröffnungsfeier der Paralympics in Italien. Lesen Sie dazu die Analyse von Politikwissenschaftler Peter Filzmaier.

Filzmaier erklärt: „Bei der Generalversammlung des Internationalen Olympischen Committees wurden Russland und Weißrussland im September 2025 mit 91:77 Stimmen wieder aufgenommen. Wenn man weiß, dass unter den 185 Mitgliedern des IPC über 100 keine Demokratien sind, hat diese Abstimmung einen schalen Beigeschmack.“

Zum zentralen Punkt des Boykotts sagt Filzmaier: „Es wurde auch beschlossen, dass Fahne und Hymne wieder erlaubt sind. Würden die sechs russischen und vier weißrussischen Sportler, die ja nichts für den Angriffskrieg können, als neutrale Athleten in Cortina starten, würde es keinen Boykott geben.“

(Bild: Reinhard Holl)

„Typisch österreichisch, reichlich spät“
Diesen hält er für gerechtfertigt: „Russland hat im Februar 2022 die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen. Der Krieg läuft noch immer. Der Boykott der Eröffnungsfeier ist ein klares politisches Zeichen.“ Der Tiroler Para-Skifahrer Michael Scharnagl meint: „Ein noch klareres Zeichen wäre, wenn wir gar nicht an den Spielen teilnehmen würden.“ Dazu sagt Filzmaier: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Totalboykott oft als etwas wahrgenommen wird, das auf dem Rücken der Sportler ausgetragen würde“

Zum rot-weiß-roten Weg zum Boykott meint er: „Typisch österreichisch, reichlich spät. Die Abstimmung war ja Ende September. Man hätte sich also etwas früher überlegen können, wie man reagiert.“

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