Die Tat verstört. Ein Vater sticht auf seine 15-jährige Tochter ein. Das Mädchen überlebt nur knapp. Der Mann stammt aus Afghanistan. Die Tochter hatte einen Freund und war nicht bereit, auf Freiheiten zu verzichten. Offensichtlich war dies nach Ansicht des Vaters nicht mit der Ehre der Familie zu vereinen.
Ausgerechnet am Tag der Tat startete die Aktion „Orange the world“. Weltweit wird darauf aufmerksam, welcher ständigen Bedrohung Frauen ausgesetzt sind. Frauenmorde, sogenannte Femizide, passieren überall, unabhängig von Herkunft, sozialer Schicht und Religion. Morde, um die Ehre der Familie wieder herzustellen, finden jedoch überwiegend in muslimischen Communities statt. Wer das bezweifelt, sollte vielleicht eine anonyme Befragung unter muslimischen Männern durchführen.
Als vor Jahren ein afghanisches Mädchen aus Favoriten von ihrem Bruder erstochen wurde, zeigte die Mehrheit unserer muslimischen Schüler Verständnis für die Tat. Gerade jetzt erinnere ich mich wieder an Aussagen wie: „Besser sie ist tot. Sonst ist es die Ehre von der ganzen Familie. Mein Bruder würde das auch tun.“
Mädchen aus streng muslimischen Familien können nur schwer eigene Entscheidungen treffen, solange sie Angst haben, von ihrer Familie dafür ermordet zu werden. Weder in Afghanistan noch in ihren Communities hier.
In Österreich könnten wir allerdings gegen diesen Kult der Familienehre weitaus härter vorgehen. Zeit wird es!
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