„Wäre Sternstunde“

Kampf um Gemeinde-Erbe: Kommt bald Millionensegen?

Tirol
21.10.2025 08:01

Es geht um das Erbe der Gemeinde in Form von Wäldern, Äckern und Wiesen – und um einen Coup aus den 1960er-Jahren, mit dem all diese Güter hin zu Agrargemeinschaften verschoben wurden. Die Gemeinde Zams im Tiroler Oberland wehrt sich tapfer – der „Showdown“ naht.  

„Etappensieg für unser Zams, ein Riesenerfolg für alle Gemeindebürger“, freute sich Bürgermeister Benedikt Lentsch (SPÖ) im Frühjahr dieses Jahres über die Feststellung der Agrarbehörde, wonach die Agrar Zams eine Gemeindegutsagrargemeinschaft sei und folglich alle Einnahmen und Rücklagen der Gemeinde zustünden.

Möglicher Millionensegen
Ein möglicher Millionensegen für die Gemeinde: „Die Agrargemeinschaft Zams sitzt derzeit auf kolportierten 2,5 Millionen Euro an Rücklagen sowie jährlichen Pachteinnahmen von einer halben Million Euro“, sagt Lentsch, der auch für die SPÖ im Tiroler Landtag sitzt und der 2022 den Bürgermeistersessel der Heimatgemeinde von LH a. D. Günther Platter eroberte.

(Bild: zVg/privat)

Wird weiterer Einspruch abgeschmettert?
Die Agrarier erklärten sich mit dem Bescheid überhaupt nicht einverstanden und legten Einspruch ein, der vorige Woche im Landesverwaltungsgericht behandelt wurde. „Dabei ergaben sich keine neuen Erkenntnisse. Das Urteil ergeht in ein paar Wochen“, berichtete Lentsch nach dem „Showdown am Landesverwaltungsgericht“.

Darf sich die Gemeinde wenigstens dann über einen Geldsegen freuen, oder sind weitere Einsprüche vor Gericht möglich?

Zitat Icon

Ein Entscheid zugunsten der Gemeinde würde Zams auf Jahrzehnte finanziell absichern. Es wäre eine Sternstunde für unser Dorf! 

SP-LA Bürgermeister Benedikt Lentsch

Außerordentliche Revision als finale Möglichkeit
„Es kann sein, dass danach keine Revision mehr zugelassen wird, weil die Sache ohnehin klar ist. Dann bliebe wohl nur die außerordentliche Revision beim Verwaltungsgerichtshof.“

Ein Entscheid zugunsten der Gemeinde würde Zams jedenfalls „auf Jahrzehnte finanziell absichern“, betont Bürgermeister Lentsch gegenüber der „Krone“.

Gemeinderat wollte es genau wissen
Den Stein ins Rollen gebracht hatte er 2024 mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss. Die Gemeinde ließ die Tiroler Landesregierung als Agrarbehörde prüfen, ob die in den 1960er-Jahren vorgenommenen „Hauptteilungen“ des Gemeindeguts rechtens waren oder nicht eher ein Mega-Deal für einige wenige. Vermutlich letzteres. Denn vor der angeblichen „Teilung“ besaß die Gemeinde 4300 Hektar Grund, danach nichts mehr. Erträge aus Waldbewirtschaftung, Schotterabbau, Verpachtung etc. flossen in der Folge in die Kassen der Agrargemeinschaft – und das jahrzehntelang.

Zams ist kein Einzelfall. In rund 150 Tiroler Gemeinden soll es Hauptteilungen gegeben haben. 

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