Vance: „Jeden Moment“
Verwirrung um Freilassung der Hamas-Geiseln
Die Vorbereitungen für die Freilassung der übrigen Geiseln aus dem Gazastreifen laufen auf Hochtouren. Die Angaben über den Zeitpunkt der Übergabe gehen aber auseinander: US-Vize JD Vance erklärte, dass es „jeden Moment“ soweit sein könne – während Israel keine neuen Zeitangaben machte.
Israel ist nach Worten des Regierungschefs Benjamin Netanyahu zur sofortigen Aufnahme der Geiseln bereit, die von der islamistischen Hamas freigelassen werden sollen. Eine Regierungssprecherin erklärte am Sonntag, die Freilassung werde am Montag in der Früh beginnen.
Israel erwarte, dass alle 20 lebenden Geiseln auf einmal freigelassen werden. US-Vizepräsident JD Vance sagte, die Geiseln könnten „jeden Moment“ freigelassen werden – und sorgte damit für Verwirrung.
Netanyahus Büro teilte am Sonntag mit, der Premier habe mit dem Geisel-Beauftragten Gal Hirsch gesprochen. „Israel ist vorbereitet und bereit, alle unsere Geiseln sofort in Empfang zu nehmen“, sagte Netanyahu nach Angaben seines Büros. Es war zunächst unklar, ob Netanyahus Mitteilung bedeutet, dass dies auch schon am Sonntag geschehen könnte.
Nach entsprechenden Berichten erklärte ein israelischer Verteidigungsbeamter, dass es „zum jetzigen Zeitpunkt keine Änderung der Geheimdiensteinschätzung“ gebe. „Die IDF ist auf alle Entwicklungen hinsichtlich der Aufnahme der Geiseln vorbereitet“, fügt der Beamte gegenüber der „Times of Israel“ hinzu.
Frist läuft Montagmittag aus
Eine 72 Stunden lange Frist zur Freilassung der Geiseln im Rahmen des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump läuft am Montag zu Mittag aus. Aus Kreisen der Hamas hieß es bisher, die Terrororganisation werde alle lebenden und möglichst auch die toten Geiseln bis Montag, 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit übergeben.
20 lebende Geiseln versammelt
Das „Wall Street Journal“ berichtete, die Hamas habe Israel über arabische Vermittler mitgeteilt, sie habe 20 lebende Geiseln versammelt und sei bereit, diese noch am Sonntag freizulassen. Dies sei auch das erste Mal, dass die Hamas bestätigt habe, dass 20 der bei dem Massaker am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln am Leben sind. Insgesamt befinden sich nach israelischen Informationen noch 48 Geiseln im Gazastreifen, darunter eine Frau. Insgesamt sieben der Geiseln sind auch deutsche Staatsbürger.
Die Rückkehr soll vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz ohne öffentliche Zeremonie und ohne Medienvertreter organisiert werden. Nach Treffen mit Angehörigen und einer ersten ärztlichen Untersuchung im Militärlager Reim am Rande des Gazastreifens werden die Freigelassenen dann voraussichtlich in Krankenhäuser geflogen.
Sorge um Übergabe von toten Geiseln
Israel bereitet sich auch auf die Identifikation der Leichen vor. Das Ministerium für religiöse Dienste habe entsprechende Vorbereitungen abgeschlossen, berichtete die „Jerusalem Post“ unter Berufung auf den Rundfunksender Kan. Der Generaldirektor des Ministeriums, Yehuda Avidan, sagte demnach, es bestehe die Sorge, dass die palästinensische Terrororganisation Hamas nicht alle sterblichen Überreste übergeben könne.
Laut Vereinbarung muss die islamistische Hamas alle Geiseln übergeben. Seine größte Angst sei es, dass Hamas erklären könnte, dass einige Leichen nicht auffindbar seien und die Familien deshalb keinen Schlusspunkt finden könnten, sagte Avidan. Nach strengen Sicherheitskontrollen sollten die Leichen nach der Übergabe zur Identifikation in ein forensisches Institut in Tel Aviv gebracht werden.

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