Olympisches Rodeln: Lisa Schulte, Hannah Prock und Dorothea Schwarz sind heute im Frauen-Einsitzer im Einsatz. Der 1. Lauf beginnt um 17 Uhr (2. Lauf um 18.30 Uhr). Wir berichten live, siehe Ticker unten.
Hier der Liveticker:
Österreichs bisher einzige Rodel-Olympiasiegerin wurde 1992 in Albertville Doris Neuner, die letzte Medaille holte Nina Reithmayer 2010 in Vancouver mit Silber. Im Eiskanal von Cortina könnte der nächste Eintrag in die Ehrentafel passieren, mit der im Gesamtweltcup führenden Lisa Schulte, Hannah Prock und Dorothea Schwarz haben alle drei ihre Chance im Einsitzerbewerb am Montag und Dienstag (jeweils ab 17.00 Uhr). Die stärkste Konkurrenz kommt einmal mehr aus Deutschland.
Der Länderkampf mit Deutschland setzt sich durch alle Disziplinen durch. „Markus Prock hat die Parole ausgegeben, wir wollen insgesamt die Deutschen schlagen. Das ist ein hohes Ziel. Aufgrund der zurückliegenden Ergebnisse können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir gleichauf mit den Deutschen sind“, sagte Georg Hackl, der als Trainer für Fahr- und Schlittentechnik noch bis Saisonende im ÖRV tätig ist. Der dreifache Olympiasieger aus Deutschland und Markus Prock, jetzt Verbandspräsident, waren in aktiver Zeit Rivalen.
Alles aus sich rauszuholen, sich voll auf die Sache konzentrieren, gab Hackl dem österreichischen Trio mit auf den Weg. „Fokussieren, den Tunnelblick einschalten. Möglichst alle anderen Störfaktoren ausblenden. Über die darf man wieder nachdenken, wenn man zum vierten Mal die Ziellinie überquert hat.“ Um das Ziel zu erreichen, muss man eben auch an den Deutschen Julia Taubitz, Merle Fräbel und Anna Berreiter vorbei.
Schulte erwartet, dass das Feld zusammenrückt
„Man pusht sich gegenseitig im Team. Und am meisten Spaß macht es schon, wenn man schneller ist als die Deutschen. Das ist halt die größte Konkurrenz. Man pusht sich teamintern, aber auch natürlich nationenmäßig, man will halt immer die beste Nation sein“, sagte Schulte der APA. Sie hofft freilich auch auf einen Einsatz in der Teamstaffel.
Wie die Männer haben auch die Frauen den Wettkampf an zwei Tagen im Weltcup geübt, Schulte habe gut abschalten können, erzählte die Sechste der Peking-Spiele. „Im Normalfall fühlen wir uns bei dem europäischen Wetter am wohlsten. Ich glaube trotzdem, dass es das Feld normal enger zusammenrücken wird, weil jeder natürlich viel in Europa trainiert.“
Sie werde versuchen, sich nicht mehr Druck zu machen als bei den Rennen bisher in der Saison. „Es ist keine extrem schwierige Bahn, aber man muss die Kurven schon richtig treffen. Ich habe vielleicht die gewisse Olympia-Erfahrung schon gemacht, ich bin aber immer noch nervös. Den ersten Tag abarbeiten, schauen, wo man steht. Am zweiten Tag noch einmal voll angreifen“, erklärte sie ihre Vorgehensweise.
Prock will nach guter Saison Medaille
Hannah Prock hat bei Olympia die Ränge 17 in Pyeongchang und fünf in Peking zu Buche stehen. „Also ich glaube, das sind jetzt die ersten Spiele, wo man wirklich in jeder Disziplin richtig, richtig gute Chancen hat, auch bei den Damen. Da kann man natürlich total stolz darauf sein, dass man sich das so aufgebaut hat. Das motiviert sehr“, sagte die Tochter von Markus Prock.
Sie werde versuchen, den Druck von sich wegzuhalten, eine Sportpsychologin helfe ihr dabei, man habe gute Techniken erarbeitet. Da sie grundsätzlich gut schlafe und wisse, wie man sich ablenke, mache sie sich auch keine Sorgen, dass das bei Olympia anders werden wird. „Die Saison ist gut gelaufen, da ist der Riesenwunsch und Traum, eine Medaille zu holen“, sagte sie.
Vier Läufe sauber ins Ziel zu bringen, sei auf jeden Fall ganz was anderes als zwei. „Wenn du das schaffst, bist du Olympiasiegerin. Das musst du erst hinkriegen. Und dann hat man sich das verdient.“ Österreichs Rodlerinnen sind auch gut miteinander befreundet, aber „im Wettkampf ist der Fokus auf einen selbst“.
Apollo 13 braucht eine Eselin
Debütantin Schwarz, die sich vor den Spielen noch von ihrem Esel „Apollo 13“ verabschiedet hat, den ihr Freund ihr zum ersten Podestplatz in Winterberg geschenkt hatte, kann das nur bestätigen. „Wir Mädels halten alle zusammen.“ Sie sei schon sehr nervös vor dem großen Wettkampf. „Ich setze mir nicht ein so großes Ziel, ich will einfach zeigen, was ich kann, und vier schöne Läufe runterbringen.“ Bei Erfolg könnte im Stall schon bald eine Eselin stehen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.