Der Jurist Ferdinand Hochleitner ist seit Oktober 2024 Chef des gemeinnützigen Wohnbauriesen Gswb. Schon vor seiner Bestellung gab es Wirbel in der Gesellschaft und um ihn – jetzt dringt erneut Unmut nach außen.
Knapp ein Jahr ist Ferdinand Hochleitner (61) Chef der Salzburger Wohnbaugenossenschaft Gswb. Im Vorfeld seiner Bestellung per 1. Oktober 2024 hatte es Unmut über die Nominierung für den Job gegeben. Hochleitner war zuvor beim Land Oberösterreich für Bau- und Immobilienmanagment zuständig. Nicht jeder war zufrieden mit der Arbeit, die der Manager dort hinterließ. Dass ein Oberösterreicher aus dem ÖVP-Umfeld an die Spitze der Gswb wechselte, passte nicht jedem in Salzburg. Auch wegen seiner Vorgeschichte. Die „Krone“ berichtete.
Sorgen machte so manchem die Station, die Hochleitner vor dem Landesjob inne hatte. 16 Jahre lang war der Jurist bei der gemeinnützigen OÖ Wohnbau tätig. Dort gab es nachweislich mehrfach Wickel. 2022 wurde er beim Pendant der Gswb als Co-Chef abberufen. Aber schon fünf Jahre zuvor machte die OÖ Wohnbau Schlagzeilen. Sie solle sich zu sehr auf Nebengeschäfte konzentriert haben und verlor deshalb im Jahr 2017 fast ihre Gemeinnützigkeit. Hochleitner stand damals an der Spitze.
Gerade nach den Turbulenzen, den die Gswb nach dem Aus von Peter Rassaerts entkommen wollte, sollte Hochleitner Ruhe bringen. Rassaerts musste nach einigen Skandalen schlussendlich den Platz räumen. Ein Verschleierungsskandal bei der Kundenbetreuung beim Ticketsystem, zahlreiche verunsicherte Mieter und Baumängel haben damals das Fass zum Überlaufen gebracht. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zog die Reißleine im Unternehmen, das im Besitz von Stadt und Land ist.
Anonymes Schreiben soll Missstände aufzeigen
In einem mehrstufigen Verfahren setzte sich der gebürtige Salzburger durch. Die politischen Ausschüsse von Stadt und Land nickten den gebürtigen Salzburger ab. Nur KPÖ Plus und Grüne stimmten dagegen. Mit der Neubesetzung des Chefpostens dürfte jetzt endgültig wieder Unruhe in die Gswb eingekehrt sein. Hinter vorgehaltener Hand wurden seit längerer Zeit Unmutsbotschaften über den Geschäftsführer erzählt.
Nun wandten sich Gswb-Mitarbeiter mit einem anonymen Schreiben an den Aufsichtsrat rund um Christoph Fuchs. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen ihren Chef. Es soll zu erst nachträglich genehmigten Zahlungen hoher Summen gekommen sein. Zudem haben Hochleitner sensible Daten für die Überweisungen weitergegeben.
Weit schwerer wiegt, dass sich der Jurist und Immobilien-Fachmann bei Ausschreibungen nicht an Richtlinien gehalten habe. Scheinangebote wurden, laut dem Schreiben, eingeholt, um Bekannten den Zuschlag zukommen zu lassen.
Die „Krone“ wollte Hochleitner zu den Vorwürfen befragen. Er reagierte nicht auf die Anfragen. Die PR-Agentur der Gswb wusste auf Anfrage nichts von den Vorwürfen.
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