Die Außenminister Griechenlands und der Türkei liefern sich derzeit einen verbalen Schlagabtausch nach dem anderen. Hakan Fidan warf griechischen Politikerinnen und Politikern vor, „anititürkische Gefühle und Propaganda“ zu schüren. Griechenland definiere sich über die Türkei.
Griechenland leide keineswegs unter Angstsyndromen, reagierte der griechische Außenminister Giorgos Gerapetritis. Man akzeptiere keine Anweisungen „von irgendjemandem“. Zuvor hatte der türkische Außenminister Giorgos Gerapetritis gesagt, dass griechische Politikerinnen und Politiker Konflikte mit der Türkei herbeireden würden, um von der eigentlichen Thematik abzulenken. „In der Innenpolitik Griechenlands stehen Themen, die die Türkei betreffen, immer im Vordergrund“, sagte der Parteikollege von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Diese „billige Politik“ sei „gefährlich für die bilateralen Beziehungen“.
Die Regierungen der Türkei und Griechenlands haben auch darüber hinaus mehrere Streitpunkte, etwa Erdgas- und Kohlenwasserstoffvorkommen, die im östlichen Mittelmeer und in der Ägäis gefunden wurden. Athen, aber auch die zypriotische Regierung, sind mit den Ansprüchen der Türkei auf Bohrrechte in der Region nicht einverstanden.
„Karte der Blauen Heimat“
Ein weiterer Punkt ist die sogenannte „Karte der Blauen Heimat“. Auf dieser beansprucht die Türkei Meeresgebiete vom Fluss Evros bis südlich der Dodekanes-Inseln, wodurch die Ägäis praktisch in zwei Teile geteilt werden würde. Sie sei sogar in Schulbüchern abgebildet, kritisiert die griechische Regierung.
Es handelt sich um eine auch in Armeekreisen gängige Landkarte, die grundsätzlich ein als „Mavi Vatan“ („Blaue Heimat“) ausgewiesenes türkisches Hoheitsgebiet zeige, welches auch die griechischen Ägäis-Inseln Limnos, Lesbos, Chios sowie den Osten Kretas umfasst, heißt es in griechischen Medienberichten. Das Original hängt demnach in der Militäruniversität in Istanbul. Die Gebietsansprüche auf der Karte seien ausgeweitet worden.
Gerapetritis und Fidan hatten sich in der Vergangenheit zwar mehrmals getroffen, aber nicht angenähert. Die Konfliktthemen müssten erneut diskutiert werden, sagten die beiden Minister im November 2024.
Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.