„Thank you, Wladimir“

Trump und Putin: In einem Punkt war man sich einig

Außenpolitik
16.08.2025 04:14

Die ganze Welt blickte Freitagnacht gebannt nach Anchorage, Alaska: Dort sprachen Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in einem im Vorfeld als historisch bezeichneten Treffen über die Zukunft der kriegsgebeutelten Ukraine. Trump will den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bekanntlich so rasch wie möglich beenden – das gelang ihm nicht. Ein (vorerst?) leider wenig historischer Abend im Rückblick.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Gespräche seien zwar positiv und konstruktiv verlaufen, hieß es gegen 1 Uhr früh (MEZ) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Man sei aber „nicht angekommen“, meinte Trump. Putin erklärte versöhnlich, man habe den guten Kontakt vertieft.
  • Trump konkretisierte später in einem Interview, dass man sich einig sei, dass die Ukraine sich auf einen „Deal“ einlassen müsse. Damit dürfte ein bereits zuvor im Raum stehender Gebietstausch gemeint sein.
  • Die Stimmung wirkte allerdings schon bei der Ankunft – obwohl umringt von Kampfjets und überflogen von einem B2-Bomber – sehr freundschaftlich. Die Präsidenten teilten sich sogar eine Limousine.
  • Hingucker des Abends: Die Presse wurde aus dem Verhandlungsraum komplimentiert, nachdem ein Journalist Putin zum „Töten von Zivilisten“ befragt hatte. „Alle raus aus dem Raum!“, hieß es – und die Liveübertragung brach ab.
  • Seitenschauplatz (oder eigentlicher Hintergrund) der Gespräche laut Insidern: Die USA erwägen, für die Entwicklung von Erdgasprojekten in Alaska russische Atomeisbrecher zu nutzen.
  • „Trump hat nicht verloren, aber Putin hat eindeutig gewonnen“, resümierte der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen und nationale Sicherheitsberater John Bolton.

Die Ereignisse des Abends im Ticker zum Nachlesen:

„Trump hat nicht verloren, aber Putin hat eindeutig gewonnen“
Der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen und nationale Sicherheitsberater John Bolton gab sich bei CNN (siehe Video unten) in der Nacht enttäuscht: „Trump hat nicht verloren, aber Putin hat eindeutig gewonnen.“ Der russische Präsident habe viel dafür getan, die Beziehungen zwischen den USA und Russland wiederherzustellen, was wohl das Hauptziel gewesen sei. „Er ist Sanktionen entgangen und muss sich auf keinen Waffenstillstand einlassen.“ Trump habe müde gewirkt und sehr wenig erreicht – auch ein neues Treffen sei nicht festgelegt worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war nicht zugegen und wurde wohl auch erst im Zuge der Pressekonferenz über die Ergebnisse informiert. Während des Treffens der beiden Staatschefs galt in vielen ostukrainischen Regionen erneut Luftalarm. Selenskyjs Militärführung meldete dennoch während des Gesprächs, dass die Ukraine strategisch wichtige Gebiete von den Russen zurückerobert hätte und der „Vormarsch des Feindes“ aufgehalten worden sei.

„Das Töten geht weiter“
Für den großen Abwesenden des Treffens ändert sich vorerst nichts. Der Wunsch der Ukraine – ein Waffenstillstand – ging an einem weiteren Abend der Selbstinszenierung nicht in Erfüllung. Oder, wie der Präsident der Ukraine vor dem Treffen festhielt: „Das Töten geht weiter.“

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