Fall Gurlitt

Behörden veröffentlichen Bilder-Liste im Internet

Ausland
12.11.2013 09:21
Nach dem spektakulären Kunstfund in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt haben die Behörden eine Liste mit 25 verdächtigen Werken im Internet veröffentlicht. Am Montagabend wurden Bilder, bei denen laut Behördenangaben "der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug" besteht, auf der Plattform lostart.de veröffentlicht.

Zu den veröffentlichten Werken in der Internet-Datenbank gehören unter anderem "Sitzende Frau/In einem Sessel sitzende Frau" von Henri Matisse, "Allegorische Szene" von Marc Chagall und "Conversation mauresque sur une terrasse" von Eugène Delacroix.

Eine Taskforce aus Sachverständigen soll nun schnellere Aufklärung bringen. "Es wurde vereinbart, umgehend eine qualifizierte Taskforce von mindestens sechs Expertinnen und Experten für Provenienzrecherche zusammenzustellen", hieß es seitens der Behörden.

Parallel zum Ermittlungsverfahren der Augsburger Staatsanwaltschaft sollen die Provenienzexperten der Herkunft der rund 1.400 gefundenen Bilder aus der entdeckten Sammlung des Kunsthändlersohnes Cornelius Gurlitt auf den Grund gehen. Die Leitung der Taskforce soll die frühere Ministerialdirektorin Ingeborg Berggreen-Merkel übernehmen.

Fast 1.000 Bilder müssen geprüft werden
Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Augsburg müssen rund 970 der etwa 1.400 gefundenen Werke von Experten geprüft werden. 380 davon können dem zugeordnet werden, was die Nationalsozialisten "entartete Kunst" nannten, bei 590 Werken muss überprüft werden, ob sie den rechtmäßigen Eigentümern während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt genommen wurden.

In Gurlitts Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing waren im Februar 2012 rund 1.400 vielfach verschollen geglaubte Werke gefunden worden. Die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Unterschlagung.

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