Glatter Fleck. Im österreichischen Osten sind die Schülerinnen und Schüler schon morgen dran, in den restlichen Bundesländern bekommen sie die Zeugnisse in einer Woche. Zum Ende des Halbjahres wird gerne auch die Politik beurteilt. Überhaupt dann, wenn eine Regierung neu im Amt ist. Über die ÖVP-SPÖ-Neos-Koalition, deren 100-Tage-Jubiläum vor zwei Wochen wegen des schrecklichen Massakers im Grazer BORG Dreierschützengasse kaum Beachtung fand, wurde gestern äußerst kritisch bilanziert. Einen glatten Fleck bekam sie, weil sie, so die Begründung, vor allem in den „Fächern“ Budgetsanierung, Migration, Verteidigung und Postenvergabe durchgefallen sei. Wer dieses miserable Zeugnis ausstellt? Jene Partei, die sich zwar bei den Nationalratswahlen im September des Vorjahres auf den ersten Platz katapultiert hatte, aber bei der Regierungsbildung gescheitert war. Und so verteilt Herbert Kickls FPÖ nun streng den Fünfer. Eine Notenvergabe, die längst nicht von allen geteilt wird.
Kanzler-Zweier. In der ORF-III-Runde der Chefredakteurinnen und -Chefredakteure gestern Abend bekam die Regierung eine deutlich bessere Zensur. Welche Politiker den Journalisten besonders ins Auge stachen? Freundliche Noten setzte es für SPÖ-Finanzminister Marterbauer, für Außenministerin Meinl-Reisinger, selbst für SPÖ-Vizekanzler Babler. Besonders gut schneidet Bundeskanzler Christian Stocker ab. Aber ist der von mir verliehene Zweier für den Kanzler zu viel des Guten? Ja, leicht möglich. Er hat aber immerhin die Regierungsverhandlungen gut bewältigt und macht mit seinen zurückhaltenden, showbefreiten Auftritten passable Figur, zudem tritt die von ihm geführte erste Dreier-Regierung überraschend harmonisch auf. Das alles wird freilich nicht für weitere gute Zeugnisse reichen. Wenn sich die wirtschaftliche Lage weiterhin nicht bessert, wenn die Menschen im Land noch unzufriedener werden – dann wird das Ergebnis ganz rasch abrutschen.
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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