Statt aufs Gaspedal wird auf die Bremse gestiegen – die privaten Bus-Chauffeure streiken am Donnerstag.
Nichts geht mehr – das gilt zumindest für Donnerstag, wenn die rund 800 Buslenker in Vorarlberg in Streik treten: „Auch in der vierten Verhandlungsrunde verweigerten die Arbeitgeber ernsthafte Zugeständnisse und präsentierten lediglich eine Mogelpackung“, kritisiert Reinhard Stemmer, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida. „Am kommenden Donnerstag werden österreichweit Streiks stattfinden.“ Die beiden Seiten konnten sich zwar laut Gewerkschaft auf eine Abgeltung der rollierenden Inflation von 3,5 Prozent einigen. Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen kamen aber lediglich „marginale, aber keine echten Entlastungsmaßnahmen auf den Tisch. Die Gewerkschaft sieht sich daher gezwungen, den Druck zu erhöhen“.
Während die Arbeitgeber von Fachkräftemangel sprechen, weigern sie sich gleichzeitig, den Beruf attraktiver zu machen.

Reinhard Stemmer, vida
Bild: Gewerkschaft vida
Echte Verbesserungen notwendig
Mit Verspätungen ist am Donnerstag vor allem im Frühverkehr zu rechnen, Stemmer ersuchte die Fahrgäste bereits am Montag um Verständnis für die Maßnahme. Die Beschäftigten würden echte Verbesserungen brauchen, keine Taschenspielertricks, wie Stemmer sich ausdrückte. So wäre etwa eine Entlastung bezüglich geteilter Dienste und Pausen weiterhin an Einkommenseinbußen geknüpft. Bezüglich einer Ausweitung des Nachtzuschlags zeigt sich Stemmer ebenfalls äußerst unzufrieden. „Das ist nichts anderes als eine Verhöhnung der Busfahrer. Während die Arbeitgeber von Fachkräftemangel sprechen, weigern sie sich gleichzeitig, den Beruf attraktiver zu machen.“
Stemmer betonte, dass die Gewerkschaft weiterhin gesprächsbereit sei, allerdings fordert sie ihr Gegenüber dazu auf, „endlich ernsthafte Angebote vorzulegen.“ Ansonsten könne man auch weiter protestieren.
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