Bei der Wahl im März

Wirtesprecher legt sich mit ÖVP-Wirtschaftsbund an

Oberösterreich
24.01.2025 11:20

Der bekannte Gastronom Thomas Mayr-Stockinger ist in der ÖVP bis hinauf zu Landeshauptmann Thomas Stelzer bestens vernetzt. Bei der Wirtschaftskammerwahl im März ist das aber Nebensache. Der langjährige Funktionär tritt gegen den schwarzen Wirtschaftsbund an. Auch, weil ihn dieser hinausgeworfen hatte. 

Die Rechnung für die Gründung einer überparteilichen Liste, mit der er gegen den schwarzen Wirtschaftsbund antritt, bekam der Ansfeldener Gastronom Thomas Mayr-Stockinger (51) bereits serviert: Die ÖVP-Organisation teilte ihm in einem Schreiben mit, dass er von der Interessenvertretung ausgeschlossen wird. Wobei: Mayr-Stockinger betont, dass er gar keine Parteipolitik machen möchte. Gemeinsam mit dem Linzer Pianino-Wirt Harald Katzmayr und Donautouristik-Chef Manfred Traunmüller kandidiert er bei der Wirtschaftskammerwahl im März als Obmann für die Sparte Gastro und Hotellerie.

SPÖ-Verband tritt auf Liste von Mayr-Stockinger an
Katzmayr und Traunmüller vertreten den Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband, als Unterstützer ist auch Gerhard Edelsbacher vom unabhängigen Wirtschaftsnetzwerk dabei. Der Ansfeldener war bereits in den vergangenen zehn Jahren Wirtesprecher und vertrat 6000 Betriebe in Oberösterreich. Nach einem Streit innerhalb der Gruppe stellte ihn der Wirtschaftsbund nicht mehr auf – die „OÖ-Krone“ berichtete.

Treten überparteilich gegen den Wirtschaftsbund an: Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger (M.), ...
Treten überparteilich gegen den Wirtschaftsbund an: Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger (M.), der Gastronom Harald Katzmayr (li.) und Manfred Traunmüller (Donau Touristik).(Bild: Krone KREATIV/Markus Vogtenhuber)

„Wollen weniger parteipolitischen Einfluss“
Mayr-Stockinger will mit seiner Kandidatur erreichen, dass sich „die Wirtschaftskammer wieder stärker an den Bedürfnissen der Betriebe orientiert und weniger von politischen Einflüssen geprägt ist. Es geht darum, zusammenzuarbeiten. Nicht in der politischen Blase, sondern im echten Leben“. Seine Forderungen sind ähnlich jenen von Wirtschaftsbund-Spitzenkandidat Gerold Royda, der den Wirt aus Ansfelden vom Thron stoßen möchte: Bekämpfung des Fachkräftemangels, Bewahrung von Tradition und Vielfalt, Digitalisierung und etwa Abbau von Bürokratie.

Prominente Unterstützung für unabhängige Liste
Stocki, wie er genannt wird, sieht sich nicht als Branchen-Rebell. Jedenfalls hat er laut eigenen Aussagen eine große Schar an prominenten Unterstützern hinter sich – so etwa den Linzer Josef-Wirt Günter Hager, Festwirt Patrick Stützner, Roland Klinser (Badhaus Bad Hall) oder Andrea Sonnleitner (Atrio Linz). 

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