Als Preistreiber in Österreich galt im Vorjahr vor allem Fleisch. Dieses kostete 2012 nirgends so viel wie in Österreich und Dänemark (je 32 Prozentpunkte über dem EU-Schnitt), im günstigsten Land Polen lag das Preisniveau hingegen um 45 Prozentpunkte unter dem Schnitt, so die Statistik.
Auch Brot in Österreich überdurchschnittlich teuer
Große Schwankungen gab es auch bei Brot sowie Milch, Käse und Eiern. In Österreich wurde Brot um 34 Prozentpunkte über dem EU-Schnitt feilgeboten, bei Milch, Käse und Eiern wiederum lag das Preisniveau hierzulande fast auf dem EU-Durchschnittsniveau. In Zypern waren Eier am teuersten.
Frage des Tages in der Infobox: Hohe Preise - bereitet Ihnen die Teuerung Sorgen?
Bei alkoholischen Getränken unterschieden sich die Preise in der EU gleich um mehr als das Zweieinhalbfache. Während in Bulgarien Alkohol um 33 Prozentpunkte weniger kostete als im EU-Schnitt, lagen die Preise in Finnland, Irland und Schweden deutlich darüber (75, 62 bzw. 61 Prozentpunkte).
Größte Schwankungsbreite bei den Tabakwaren
Die größten Preisunterschiede in der EU gab es jedoch bei Tabakwaren. Im diesbezüglich teuersten Mitgliedsstaat kosteten Zigaretten fast viermal so viel wie im entsprechend billigsten Land. Am wenigsten kosteten Tabakprodukte in Ungarn (48 Prozentpunkte unter dem EU-Schnitt), Litauen und Bulgarien. Weitaus am tiefsten in die Tasche greifen mussten irische und britische Raucher (99 bzw. 94 Prozentpunkte über dem Schnitt), auch in Schweden und Frankreich waren Zigaretten vergleichsweise teuer.
AK kritisiert "Österreich-Aufschlag" bei Lebensmitteln
Mittelfristig wird sich an der Preisentwicklung bei Lebensmitteln in Österreich wohl nichts ändern, da sich die Teuerungsrate wieder beschleunigt hat, wie die aktuelle Inflationsrate beweist. Die Arbeiterkammer hat für diesen Trend vor allem einen "Österreich-Aufschlag" als Hauptgrund ausgemacht und fordert strengere Gesetze und Preiskontrollen zur Bekämpfung verbotener Preisabsprachen (siehe Infobox).
Lebensmittelpreise nun auch Thema im NR-Wahlkampf
Die hohen Lebensmittelpreise sind auch im Nationalratswahlkampf ein bestimmendes Thema. Während die ÖVP glaubt, dass durch eine Aufwertung der Bundeswettbewerbsbehörde Kartelle im Einzelhandel noch effektiver bekämpft werden könnten, hat die SPÖ vor allem Spekulationsgeschäfte mit Rohstoffen im Visier.
Die Sozialdemokraten begrüßten aus diesem Grund die am Freitag vom EU-Finanzministerrat beschlossenen Limits für Rohstoffderivate. Die Beschränkung von Spekulation auf Rohstoffe für Lebensmittel sei jetzt eine wichtige Unterstützung im Kampf gegen Inflation und steigende Lebensmittelpreise, erklärte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.