Lindsey Vonn, Siegerin von 43 Weltcup-Abfahrten, feiert auf der Karl-Schranz-Strecke in St. Anton ihr Comeback – und hat nicht vergessen, was hier nötig ist: „Hier braucht es Eier!“
Die Rückkehr der Abfahrts-Königin – und es ist, als wäre die Zeit stehen geblieben. Lindsey schälte sich aus der Startnummer, Lindsey lachte mit den Teamkolleginnen, gab Autogramme und Interviews. „Ja“, schmunzelte die Amerikanerin, „ich habe hier gewonnen. Aber wir reden jetzt nicht darüber, in welchem Jahr das war.“
Perfektes Set-up noch nicht gefunden
Zehnte war Lindsey Vonn bei ihrem Wiedersehen mit der Piste, die Karl Schranz heißt. Und rundum happy war sie mit ihrem Trainingsauftritt in St. Anton nicht: „Solide, aber bei weitem nicht mein bestes Skifahren.“ Die weichen und sehr schlagigen Bedingungen hätten ihr sehr zu schaffen gemacht, die neue Skischuhe und die Suche nach dem richtigen Setup auch. Lindsey lächelte achselzuckend. Rennfahrer-Sorgen eben.
„Man darf auch nicht vergessen: Ich habe erst zehn Tage Abfahrt trainiert“, gab die große Comebacklerin zu bedenken. Und leichter, fügte sie hinzu, sei diese Strecke auch nicht geworden.
„Ich stehe nach wie vor zu meinen Worten von 2007: Um da runter zu fahren, braucht’s Eier. Ich weiß, wo ich fahren muss. Ich weiß, was man tun muss, um zu gewinnen. Aber ...“
Gewinnen? Vonn winkte nach dem ersten Training ab. Das sei fürs Renn-Wochenende nicht ihr Thema. Auch nach Platz zehn mit Fehlern und einer Beinahe-Bode-Miller-Fahrt auf einer Werbeplane nicht: „Ich versuche Schritt für Schritt besser zu werden. Wird es auch. Aber es braucht Geduld.“
Weihnachten auf den Bahamas
Weihnachten hat Lindsey Vonn am Meer verbracht. Auf den Bahamas. „Ich versuche in meinen beiden Welten die Balance zu finden. Mit Familie wie vorher – und Ski. Wie wir in Amerika sagen: Ich will den Kuchen – und ihn auch essen.“
Am Freitag soll’s am Arlberg schneien, das zweite Training wackelt. Und PS.: Lindsey siegte auf der Abfahrt 2007, war zuletzt 2013 in St. Anton (4. Super-G). Aber Pssssst!


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