Trotz kalter Temperaturen ging es Freitagnachmittag am Linzer Schillerplatz heiß her: Die Gewerkschaft GPA hatte zur Protestkundgebung geladen. Mit lauter Musik und Trillerpfeifen schwor man sich auf die laufenden bundesweiten Gehaltsverhandlungen im Handel ein.
In Anspielung auf das Weihnachtsgeschäft rief GPA OÖ Geschäftsführer Wolfgang Gerstmayer von der Bühne in die Menge, die mit 100 bis 150 Teilnehmern kleiner als von den Organisatoren erwartet war: „Alleine für das, was ihr in den nächsten vier Wochen leistet, habt ihr einen Abschluss weit über der Inflationsrate verdient.“
Plus von 4,3 Prozent gefordert
Genau darauf drängt die Gewerkschaft mit ihrer Forderung nach einem Gehaltsplus von 4,3 Prozent, denn die durchschnittliche Teuerung der vergangenen zwölf Monate liegt bei 3,8 Prozent. Die Inflation müsse, so Gerstmayer, unbedingt abgegolten werden; „gerade im Handel, wo viele Frauen und viele in Teilzeit arbeiten“. Das Angebot der Arbeitgeber liegt bei plus 3,1 Prozent heuer und einem Plus von 0,5 Prozent auf die Inflation im kommenden Jahr.
„Es gibt nichts zu verteilen“
Martin Sonntag, Obmann des Handels in der Wirtschaftskammer OÖ, begründet das so: „Die Energiekosten laufen uns davon, und die Umsätze stagnieren oder sinken. Im Möbelhandel zum Beispiel sind wir bei minus zehn bis 15 Prozent Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt nichts zu verteilen.“
Das Angebot der Arbeitgeber ist viel zu niedrig. Es geht um die Abgeltung der Inflation, es geht aber auch um Wertschätzung.
Wolfgang Gerstmayer, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA OÖ
Erst kürzlich einigte man sich im öffentlichen Dienst auf plus 3,5 Prozent. Für den Handel steigt die nächste Verhandlungsrunde am Dienstag. Ein Betriebsrat äußert auf der Kundgebung in Linz durchaus Verständnis für die Gegenseite: „Wir wissen, dass die Situation im Handel nicht einfach ist, aber die Beschäftigten brauchen auch ihre Kohle.“
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